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40 Jahre feine Jazzkost in den Dolomiten

Der größte Jazz-Event Südtirols wird 40 Jahre alt! Vom 24. Juni bis 3. Juli 2022 findet heuer das 40. Südtiroler Jazzfestival statt.

Von Dr. Norbert Linz

1982 startete der Jazzliebhaber Nicola Ciardi mit einem einzigen Konzert, gefördert von der Gemeinde Bozen. Das Festival wuchs von Jahr zu Jahr. Doch in den 90-er Jahren verlor es an Bekanntheit. Da schlug die Stunde des jetzigen Präsidenten Klaus Widmann, der als junger Arzt aus Wien zurückgekommen war. Der Jazzfan wollte das Festival mit einem neuen Konzept wieder lebendig machen.

Widmann fing 2004 im ersten Jahr seiner Präsidentschaft an, die Idee umzusetzen, das Festival auf ganz Südtirol auszuweiten. Einstieg war ein Jazzkonzert im Schloss Sigmundskron, das gerade von Reinhold Messner zu einem seiner Museen ausgebaut wurde. Man rechnete mit maximal 400 Besuchern, doch es kamen 1500 Jazzfans…  Dieser Abend, so schwärmt Widmann, gehört zu den ersten Highlights des Festivals. Damit mauserte es sich von einer Nischenveranstaltung zu einer kulturellen Institution für ganz Südtirol. Emsig war der künstlerische Leiter dabei, mit seinem Team  jedes Jahr besondere Veranstaltungsorte ausfindig zu machen:  Almhütten und Klöster, Bergseen und Burghöfe, Weingärten und Museen, mitten im Wald und in urigen Gasthöfen.

Die Südtiroler Bergwelt als Jazzbühne

„Ich bin immer auf Abenteuer aus“ sagt der passionierte Bergsteiger Klaus Widmann von sich selbst. Legendär wurde 2014 ein Konzert am Langkofel  in der 1000 Meter hohen Steilwand von Saslong…  Widman hat die Südtiroler Bergwelt zur Jazzbühne gemacht. Es wurde zu einem Markenzeichen des Festivals,  touristische Wünsche mit Liebe zum Jazz zu verbinden. Die Veranstaltungsorte sind gut erreichbar, viele liegen im urbanen Bereich: Bozen und Brixen, Meran und Bruneck, mit Seilbahnen auch beliebte Urlaubsregionen wie Jenesien auf dem 1000 Meter hohen Hochplateau des Salten sowie auf dem Bergrücken des Ritten.

Es bietet sich auch an: Zum 40. Jubiläum ein Best-of-Programm zusammenzustellen.  So wurden Bands und Solisten aus zahlreichen europäischen Ländern erneut eingeladen, die bei den Länderschwerpunkten der letzten zehn Jahre besonders erfolgreich waren. Diese Avantgarde präsentiert sich 2022 mit ca. 60 Konzerten an über 30 Spielorten Südtirols.

Start mit All-Stars-Programm in Bozen

Natürlich  ist das Opening am 24. Juni im Kapuzinerpark in Bozen ein All-Stars-Programm mit acht Künstlern aus acht Ländern: der niederländische Gitarrist Reinier Bass – er tritt mit vielen Formationen auf und lehrt an der Musikhochschule von Rotterdam, die französische Jazzsängerin Leila Martial – sie gewann u.a. den Wettbewerb  Crest Jazz Vocal, der Brite Soweto Kinch – wurde 2017 bei den British Jazz Awards, bekannt als Jazz Oscars, ausgezeichnet als bester Altsaxophonist, der slowenische Cellist Kristijan Krajnčan – ein international bekannter Multi-Instrumentalist, Komponist und Filmemacher, die aus Brixen stammende Profi-Bassistin Ruth Goller – lebt in London, bekannt durch ihr experimentelles Projekt Skylla, der US-Saxophonist Dan Kinzelman – lebt in Italien, mit internationaler Konzerttätigkeit, die Wiener Schlagzeugerin Judith Schwarz – mit mehreren Formationen auftretend, auch für das Burgtheater tätig, und der finnische Saxophonist Pauli Lyytinen – arbeitet mit zahlreichen Bands.

Am nächsten Tag  am gleichen Ort präsentiert sich Oliver Steidle, einer von Deutschlands besten Jazz-Drummern, als Bandleader mit „The Killing Popes feat“. Die überschlagenden Rhythmen sind akrobatisch schnell, die in ihrer Improvisation starke Höreindrücke schaffen. Die Band mit ihrer aufmüpfigen und explosiven Mischung aus Jazz, Hip Hop und Hardcore fordert das Publikum. Doch Mastermind Oli orchestriert das virtuose Chaos sicher und lässig.

Noch am 25.6. startet mit der Formation vom Eröffnungsabend ein Late-Night-Konzert im Bozener Batzen Sudwerk, Treffpunkt aller Nachtschwärmer: „Embracing: Piano solo Corpo solo“. Die kammermusikalisch-tänzerische Performance gliedert sich in zwei Teile: Im „Piano solo“ spielt der Florentiner Ausnahme-Pianist Simone Graziano eigene Kompositionen auf präpariertem Flügel und in „Corpo solo“ zeigt die Choreographie von Claudia Caldarano die Sehnsucht zweier Körper nach Befreiung.

Händel im Rock´n´Roll Sound

Ein besonderes Highlight ist vom 27. – 29.6. das Duo Schriefl / Bär. Mit ihren originellen Auftritten sind sie in der Szene bekannt. Was in der Musikwelt abgelehnt wird, macht ihnen Spaß: Etwa einen Händel in Rock´n´Roll Sound zu präsentieren oder einen Jodler zum Grooven zu bringen. Zusätzlich zu ihren zehn Blechblasinstrumenten und dem Gesang kommen zwei Alphörner zum Einsatz. Sie lieben für ihre Auftritte alpine Locations: in diesem Jahr in den Dolomiten die Gardenacia Hütte auf 2050 Metern mit spektakulärem Panorama über das breite Gadertal und die Puez Hütte inmitten weitläufiger Almwiesen auf 2475 Metern, zu Fuß knapp 3 Stunden von Wolkenstein in Gröden aus.

In Völs am Schlernmassiv trifft man beim Stanglerhof, einem atmophärischen Biobauernhof, auf ein finnisches Duo, das zeitgenössische Komposition mit Improvisation verbindet: Anni Elif hat schon mehrere Gedichte in ihrem Songwriting verarbeitet und Seppo Kantonen ist als Pianist und Komponist in seinem Element.

Wie jedes Jahr veranstaltet das Festival mittags auf der Aussichtsterrasse des Parkhotel Holzner auf dem Ritten eine Jazz-Session. Der Blick hinunter in den Bozener Kessel ist beeindruckend. Das eingeladene Duo bedient ein breites Repertoire zwischen Klassik, Tradition und Imagination. Der Österreicher Matthias Loibner führt mit der Drehleier vom französischen Barock bis hin zum Jazz stilsicher in die Jetztzeit. Sein Schweizer Partner Lucas Niggli zählt zu den gefragtesten Drummern in Europa.

Finnisches Frauentrio im Hotelpark

Die Auswahl an Festival-Veranstaltungen ist weiter groß: Im Kapuzinerpark bringt ein Quartett unter dem Titel „A Novel Of Anomaly“ mit Spielfreude gute Laune in die Ohren des Publikums. Im riesigen Park des Jugendstilhotels Laurin bietet ein finnisches Frauen-Trio mit „Frank Frank Frank“ Pop-Songs mit halsbrecherischer Improvisationskunst. Auch Volksmusik aus Wien fehlt nicht: doch ohne Schmalz und Schmäh! „Die Stottern“ suchen seit vielen Jahren nach neuen Ausdrucksmitteln für das Wiener Lied. Die zehn Musiker probieren es mit Wiener Jazzkunstliedern… Man darf gespannt sein!

Die Auswahl an Festival-Veranstaltungen ist weiter groß: Im Kapuzinerpark bringt ein Quartett unter dem Titel „A Novel Of Anomaly“ mit Spielfreude gute Laune in die Ohren des Publikums. Im riesigen Park des Jugendstilhotels Laurin bietet ein finnisches Frauen-Trio mit „Frank Frank Frank“ Pop-Songs mit halsbrecherischer Improvisationskunst. Auch Volksmusik aus Wien fehlt nicht: doch ohne Schmalz und Schmäh! „Die Stottern“ suchen seit vielen Jahren nach neuen Ausdrucksmitteln für das Wiener Lied. Die zehn Musiker probieren es mit Wiener Jazzkunstliedern… Man darf gespannt sein!

© Alle Fotos: Südtirol Jazz Festival

Nachhaltiger Urlaub beim schlafenden Riesen

Gewaltig liegt er da, der schlafende Riese. Majestätisch hingestreckt, dominiert der zackige Gebirgszug des Haunold die Region mit seiner Wucht und zieht den Urlauber mit seiner Dominanz unmittelbar in den Bann. Egal ob bei strahlend blauem Himmel oder wolkenumkränzt etwa nach einem Gewitter – seine archaische Kraft verströmt der Berg von früh bis spät. Er ist die prägende Erscheinung im Südtiroler Hochpustertal, dass sich von Toblach bis Innichen erstreckt. Es ist die Heimat der berühmten Sextener Dolomiten, mit ihrem typischen Kontrast von sanft geschwungenen Berghängen und schroffen Gipfeln.

Blick auf den Haunold vom Leitlhof aus, Foto: schönessüdtirol.de/Heiner Sieger

Genau diese Kombination macht das Tal so anziehend. Die Berge sind markant in ihren Formationen: 2.966 Meter ragen der höchste Gipfel der zackigen Haunoldgruppe, und drum herum Dreischusterspitze und Helm in den Himmel. Geprägt ist die Landschaft in dieser Region von zwei dominanten Farben: Dem Weißgrau des Dolomitenfelses und dem Grün der Wiesen und Wälder – das bei schönem Wetter erfrischend Mit dem Sessellift geht’s bequem zur Risemit dem Blau des Himmels kontrastiert.

Innichen – das älteste Dorf Tirols

Unterhalb des Haunold ist das älteste Dorf Tirols angesiedelt, das 2019 seine 1250 Jahr-Feier beging. Der Grenzort Innichen, der seine Gründung dem bischöflichen Auftrag zum Bau eines Benediktinerstiftes im Jahr 769 verdankt, gilt heute als einer der beliebtesten Urlaubsorte im Hochpustertal. Der Sage nach soll Haunold den Bürgern einst bei der Erichtung des Stifts höchstpersönlich geholfen haben.

Im Sommer stehen hier vor allem Wandern und Klettern sowie Radfahren am Drauradweg und Mountainbiken im Vordergrund. Bei Familien besonders beliebt ist der grenzüberschreitende Radweg von Innichen nach Lienz im benachbarten Österreich und in die andere Richtung nach Bruneck. Im Winter ist der Skiberg Haunold in Betrieb, der auch über eine Rodelbahn verfügt. In der Fraktion Vierschach und Sexten befinden sich Anlagen der Skiberge Helm-Rotwand. Sie gehören, wie der Skiberg Haunold, zum Skigebiet „3 Zinnen“, das mit 115 Pistenkilometern zu den größeren Skiregionen Südtirols zählt. Außerdem ist es Teil des weltweit größten Skikarussells Dolomiti Superski. Innichen ist auch an das Loipennetz des Hochpustertales angeschlossen, das mehr als 200 präparierte Loipen umfasst.

Alpin – mediterranes Flair prägt den Südtiroler Grenzort Innichen; Foto: schönessüdtirol.de/Heiner Sieger

Nach der Öffnung der Grenzen und der Entspannung der Lockdown-Maßnahmen in Deutschland. Österreich und Italien habe ich mir diese Ecke für einen Erholungsurlaub in Gottes schöner Natur ausgewählt, die hier besonders attraktiv ist. Außerdem ist hier die Heimat eines außergewöhnlichen Naturhotels, das mir Freunde schon vor dem Corona-Ausbruch empfohlen hatten.

Der Leitlhof, so heißt das Hotel, hat seinen Namen von dem Tiroler Wort „Leitl“, was soviel bedeutet wie „steiler Hang“. An so einem Steilhang residiert das Hotel eingebettet zwischen Wald und Bergen: Im Wald hinter dem Haus wachsen dicht gedrängt Fichten und Lärchen, Tannen, Kiefern und Zirben. Und es liegt dem schlafenden Riesen direkt gegenüber, weshalb es früher auch Panorama-Hotel hieß.

Naturhotel Leitlhof in Innichen; Foto: schönessüdtirol.de/Heiner Sieger

Beim Betreten ist es der feine Duft nach Zirbe, der sofort die Nase kitzelt. Schon nach den ersten Schritten ins Hotel hinein nimmt er mich gefangen – als dezenter Willkommensgruß, der sich vom Eingangsbereich bis mein Zimmer zieht. Dort angekommen, wird endgültig klar: Die Natur spielt in diesem Haus, das ein wenig aussieht wie ein überdimensionaler Südtiroler Bauernhof, innen wie außen eine essenzielle Rolle.

Hygiene und Sicherheit haben Vorrang

In Zeiten von Corona ist der Weg zum Hotelzimmer indes gespickt mit Hygienestationen: An der Rezeption, im Aufzug, vor den Zimmern – überall ist es den Gästen im Naturhotel Leitlhof im Südtiroler Hochpustertal möglich, die Hände zu desinfizieren. Die Rezeptionistinnen tragen wie das übrige Servicepersonal Mund- und Nasenschutzmaske. „Wir haben alle erdenklichen Hygienemaßnahmen laut den Vorschriften der Weltgesundheitsorganisation sowie der Südtiroler Behörden umgesetzt“, sagt Hotelmanager Dietmar Walder bei der Begrüßung. „Denn wir möchten, dass die Gäste hier unbeschwert und sicher Urlaub machen können.“

Duftendes Zirbenholz prägt die Zimmer im Naturhotel Leitlhof; Foto: Mike Rabensteiner

Das klingt vertrauenerweckend. Und viele Hygienemaßnahmen kennt man ja eh von Zuhause. Spätestens beim Betreten des Hotelzimmers stellt sich dann auch sowieso das Urlaubsfeeling ein. Das Alpin-Zimmer ist auf das Wesentliche reduziert und doch mit allem Komfort ausgestattet. Das für Wände, Möbel und Verkleidungen verwendete Zirbenholz wurde gehobelt, sodass die Poren offen bleiben und der Duft jahrelang anhält. Die weichen Möbelstoffe schaffen Gemütlichkeit, der Lehmputz an den Wänden vermittelt ein erholsames Raumklima, dezent verbauter Naturstein setzt architektonische Akzente. Dazu: eine Ofenbank zum Ausruhen, eine Couch, um Gedanken fliegen zu lassen. Und auf dem Zimmerbalkon zwei breite Liegestühle, von denen der Blick direkt auf den mächtigen Haunold schweift: Es fühlt sich an, als sei ich dem Alltag direkt auf eine Hütte hoch oben in den Bergen entflohen.

Energie-autark dank Holz-Heizkraftwerk

Als die einheimische Familie Mühlmann den Leitlhof 1997 übernahm, hatte sie von Beginn an eines im Sinn: Urlaub und Nachhaltigkeit dauerhaft und sinnvoll zu verbinden. Bis die Idee Wirklichkeit wurde, dauerte es allerdings eine Zeit lang – wie bei allen guten Dingen, die eben brauchen, um zu reifen. Heute spürt der Gast die Philosophie der Nachhaltigkeit an allen Ecken im Hotel.

 

Denn vor rund zehn Jahren beschlossen die Inhaber: Der Leitlhof soll energieautark werden. Im Jahr 2012 bauten sie ein eigenes Holz-Heizkraftwerk, was für sie doppelt Sinn machte. Zum einen weil die Mühlmanns viele Hektar Wald besitzen, den Rohstoff also günstig beziehen. Zum anderen, weil sie damit ihrem Ziel einen großen Schritt näher kamen. Mit dem Holzvergaser-Kraftwerk gelang es, den Leitlhof auf vielen Ebenen klimaneutral zu machen. Dank Thermischer Energie und Ökostrom konnte der CO2-Ausstoß pro Gast und Nacht massiv verringert werden, von 85,5 kg auf knapp 10,1 kg. Mehr noch: Die Anlage produziert sogar mehr Energie als das Hotel benötigt und speist Strom ins regionale Energienetz ein. Den Rest des CO2-Ausstosses setzt Familie Mühlmann mit einem finanziellen Beitrag auf Null – und zwar durch Unterstützung eines Umweltschutzprojektes, einer Biogasanlage, in Indien. Die Hotelgäste hinterlassen damit einen neutralen Klima-Fußabdruck.

Die E-Bikes des Leitlhofs werden mit Strom aus dem eigenen Holz-Heizkraftwerk aufgeladen; Foto: schönessüdtirol.de/Heiner Sieger

„Wir sind nach meinem Wissen derzeit noch das einzige Energie-positive Hotel in Europa“, sagt Dietmar Walder. Seit 2019 ist der Leitlhof GSTC-zertifiziert und entspricht damit den strengen Standards des Global Sustainable Tourism Council (GSTC) und ist eines der wenigen, international anerkannten, nachhaltigen Hotels weltweit. Nicht nur das: Der Leitlhof war auch das erste Hotel in Italien mit einer Ladestation für Elektro-Autos, wie Walder stolz erzählt. Der grüne Strom dafür kommt ebenso aus dem eigenen Kraftwerk wie die Ladungen der E-Bikes, die das Hotel seinen Gästen kostenlos für Touren durch die heimische Natur zur Verfügung stellt.

Verpflegung vom eigenen Bauernhof

Für die Verpflegung seiner Gäste nutzt der Leitlhof seinen eigenen Bauernhof, den Mühlhof: Dort wird Gemüse angepflanzt und hier haben auch 24 Angusrinder ihr Zuhause, die für ihre besonders zarte Fleischqualität berühmt sind. Für die Sommerfrische verbleiben die Angusrinder auf einem besonders schönen Fleckchen im Hochpustertal: der Klammbach Alm. Anfang Juni, manchmal auch schon etwas früher, beziehen sie ihr ruhiges Sommerquartier. Hier bleiben sie bis Ende September, bevor sie in den Mühlhof zurückkehren.

Käse, Brot, Butter, Honig, Eier: Wo immer möglich, kommen zu den Mahlzeiten regionale Köstlichkeiten auf den Teller „Im Frühjahr entscheiden wir, welches Gemüse im Sommer am Mühlhof wachsen soll: Von seltenen Sorten, wie dem dreifarbigen Rhabarber oder der Bergartischocke bis zum klassischen Salat, der Zucchini und den Kartoffeln vom eigenen Acker ist alles dabei“, erzählt Dietmar Walder bei einem Rundgang. Auf dem Speiseplan soll nur stehen, was gerade reif ist. Dazu wachsen im Kräutergarten all jene Kräuter heran, die den Gerichten den besonderen Pfiff verleihen. Das sind übrigens nicht nur Rosmarin, Basilikum oder Thymian: Auch Brennessel oder Bachkresse wird genutzt, was vielerorts als Unkraut gilt.

Markus Auer, Chefkoch des Leitlhofs setzt heimische Produkte wie den Holunder am liebsten in seiner Küche ein; Foto: Mike Rabensteiner

Küchenchef im Leitlhof ist seit dem Sommer 2019 Markus Auer. Der gebürtige Südtiroler pflegt eine authentische, bodenständige Küche: „Ich wünsche mir, dass die Gäste schmecken, wie viel Liebe und Arbeit hinter den Gerichten steckt“, lächelt er bescheiden. Dabei ist sein Kochstil eine gelungene Mischung aus Alpinem und Mediterranem. „Ich versuche, die Region und ihre Produkte so gut wie möglich in meine Gerichte einzubauen.“ Und seine Lieferanten wählt er persönlich aus: Butter vom Veiderhof, Käse vom Lechnerhof und der Sennerei Drei Zinnen, Honig von der Familie Joas, Eier von Pustertaler Bauernhöfen, Speck von Südtiroler Bauern, das knusprige Brot von den Bäckereien Walder und Happacher in Toblach und Sexten.

Intensiver Gschmack dank Latschenbutter

Aber wie gelingt es Markus Auer, die Natur in die Gerichte einzubauen? „Ich arbeite beispielsweise gerne mit Latschenbutter. Sie hat einen intensiven Geschmack und lässt sich hervorragend für Infusionen verwenden. Ich verwende die Butter auch für mein cremiges Risotto. Es wird mit Latschenbutter aufmontiert und mit Äpfeln verfeinert“ , nennt er ein Beispiel. Inspirationen für neue Ideen holt sich der junge Koch – na klar – aus der Natur: „Ich bin selbst viel draußen und am Berg unterwegs. Und dann gibt es noch den Kräutergarten im Hotel. Da fällt mir auch immer wieder Neues ein.“

Heimische Küche im Naturhotel Leitlhof: Soufflé vom Sextner Almkäse mit Brennessel-Spinatcreme; Foto: schönessüdtirol.de/Heiner Sieger

Auf den Teller kommen dann Köstlichkeiten wie eine Terlaner Weißweinschaumsüppchen mit Zimtbrotcroutons, ein Soufflé vom Sextner Almkäse mit Brennessel-Spinatcreme, Petersilienbandnudeln mit Räucherlachs und rotem Pfeffer, Streifenbarschfilet vom Grill mit Paprikaratatouille und gebackenen Zucchini, wahlweise Tagliata vom Eichelschwein mit Estragonjus, Sautée von Pastinake und Steinpilze und als süße Verführung ein Topfen-Wadlfrüchte Strudel mit Zimtblüten Eis.

Waldspaziergang mit Zinnen-Blick

Die wunderschöne Landschaft, die vielfältige Natur und das zünftige Innichen kann ich direkt vom Hotel aus erkunden, das eigene Auto wird nicht bis zur Abreise nicht mehr bewegt. Wer einen weiter entfernten Ausflug unternehmen möchte, den bringt und holt das kostenlose Hoteltaxi. Für einen ersten bleiben Eindruck von der Schönheit der Region starte ich direkt vom Hotel aus. Vom Leitlhof aus führt mich ein bequemer Spazierweg über den Innicherberg bis zum Stauderhof und zum Mehlhof. Die Strecke ist ideal für eine kleine Nachmittagswanderung. Unterwegs tauchen dann auch im Blickfeld immer wieder die berühmten Drei Zinnen auf, die südwestlich hinter dem Haunold aus dem Boden wachsen.

MIt dem E-Bike geht es geschmeidig auch zu höhere gelegenen Zielen; Foto: schönessüdtirol.de/Heiner Sieger

Da ich es gerne etwas sportlicher mag, reserviere ich mir an der Rezeption eines der knallroten E-Mountain-Bikes der Marke Cube. Strecken zum Austoben gibt es reichlich: Entweder auf etwas flacheren Strecken quer durchs Tal nach Sexten oder gar bis Lienz oder in die andere Richtung nach Bruneck gibt der Akku kilometermäßig locker her. Ich fahre aber lieber mitten rein in die Natur – zum Toblacher See und über kernige Waldwege zum – in der Hochsaison von Autos überlaufenen – Pragser Wildsee, einem der beliebtesten Fotomotive Südtirols.

Die Innicher nennen den Haunold auch den „schlafenden Riesen“, Foto: schönessüdtirol.de/Heiner Sieger

Und dann gibt es auch noch den Funbob und den Erlebnispark. Mit dem Sessellift schaukle ich über Almen und grasende Rindviecher hinweg, hinauf zur gemütlichen Riese Haunold-Hütte auf 1500 Metern, das wuchtige und immer näher rückende Massiv stets im Blick. Bei Betreten und Verlassen des Lifts muss eine Maske getragen werden.

Tummelplatz für Zwerge im Reich des Riesen

Blühende Wiesen und satte Grasmatten bilden oben eine abwechslungsreiche Spielwiese für Klein und Groß. Zahlreiche Attraktionen bieten einen vielfältigen Zeitvertreib: Das Zwergendorf, der Hochseilgarten „Zwergenparcours“, die Barfuß-Seen und eine Tubing-Bahn. Gestärkt mit einer Südtiroler Marende oder einer äußerst üppigen Portion Schnitzel mit Pommes in der Hütte, lockt dann der ultimative Höhepunkt: die längste Sommerrodelbahn Südtirols. Mit einem Tempo von bis zu 40 Stundenkilometern saust der zuvor sorgfältig desinfizierte Bob auf einer kurvigen Strecke von knapp zwei Kilometern zu Tal, wobei jeder das Tempo je nach gewünschter Adrenalin-Ausschüttung selber bestimmen kann. Ein großartiger Spaß, gerade für das Kind im Mann oder der Frau.

Viel Platz für Zwerge im Reich des Riesen Haunold; Foto: schönessüdtirol.de/Heiner Sieger

Lohnenswert ist auch ein Besuch in Innichen: Besonders sehenswert sind das Stift Innichen mit Stiftskirche und Museum, das Franziskanerkloster sowie das Dolomythos-Museum, das die Geschichte des laut Bergsteigerlegende Reinhold Messner schönsten Gebirges der Welt erzählt – den Dolomiten. Im Hutmacherhaus zum Beispiel liegt unter anderem das Geschäft von Familie Zacher: Seit Generationen schon fertigen sie nach alter Tradition Haunold-Walkfilz aus Schaf-Schurwolle. Daraus entstehen Filzpantoffeln, Sitzauflagen und Wohnaccessoires.

 

Im Ortszentrum treffen im Cafè Mitterhofer Kunst, Alltag und unterschiedliche Kulturen zusammen. Das Flair des Grenzortes und der für Südtirol so typische Mix aus Alpinem und Mediterranem spüre ich hier hautnah bei einem Cappuccino und einem Aperol Spritz zwischen Einheimischen und Touristen hautnah. Ein weiteres Highlight liegt ein wenig entfernt: Zwischen Innichen und Sexten dämmert die Ruine des Wildbads zu Innichen vor sich hin. Fünf Heilquellen entspringen hier. Das alte Sanatorium wurde einst zum Grand Hotel umgebaut, seit 1939 ist es aber still im Haus. Obwohl – oder vielleicht gerade weil – der Zahn der Zeit hier deutliche Spuren hinterlassen hat, bleibt das Wildbad zu Innichen ein spannendes Ausflugsziel inmitten ansonsten unberührter Natur.

Urlaub in Südtirol: Rückkehr zur Normalität

Helmut Tauber, Inhaber des Naturerlebnis- und Genießerhotels Taubers Unterwirt in Feldthurns

Helmut Tauber, Inhaber des Naturerlebnis- und Genießerhotels Taubers Unterwirt in Feldthurns, ist auch Bezirksobmann des Hotel- und Gaststättenverbandes (HGV) im Eisacktal und Mitglied im Landesausschuss. Als Abgeordneter der regierenden Südtiroler Volkspartei (SVP) kämpft er seit Monaten im Landtag für die Rückkehr zur Normalität im Tourismus. Ein Gespräch über den Neustart nach dem Corona-Lockdown.

Von Heiner Sieger

Wie haben Sie und Ihre Hoteliers-Kollegen den Lockdown in Südtirol überstanden?

Die Zeit ohne Gäste war schwer für uns, da wir alle mit dem Herzen Gastwirte sind. Aber jetzt geht es gottlob wieder los, am 3.7.2020 öffnen wir auch unser Hotel Taubers Unterwirt.

Im Naturerlebnis- und Genießerhotel Taubers Unterwirt in Feldthurns im Südtiroler Eisacktal können Gäste nach der Wiedereröffnung am 3. Juli 2020 auch den gesamten Wellnessbereich nutzen. Foto: Taubers Unterwirt, Annelies Leitner

Werden die Gäste denn auch kommen, oder halten sie sich noch zurück?

Anfragen haben wir sehr viele, aber mit den endgültigen Buchungen dauert es teilweise noch. Der eine oder andere wird sich auch spontan entscheiden. Ein wenig Bauchgrimmen habe ich schon. Denn um den anreisenden Gästen den gewohnten Service bieten zu können, brauchen wir 18-20 Mitarbeiter. Da benötigen wir eine gewisse Auslastung, sonst können wir nicht wirtschaftlich arbeiten.

Welche Schutz-Maßnahmen haben Sie im Hotel vorbereitet?

Alle unsere Sicherheitsvorkehrungen entsprechen den Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation WHO. Das beginnt schon bei der Anreise. Damit die Gäste bei der Ankunft im Hotel möglichst wenig Zeit an der Rezeption verbringen müssen, können sie komfortabel von zuhause aus online einchecken. Natürlich müssen bestimmte Abstände eingehalten werden. In Südtirol gilt ein Meter bei Personen. Das ist alles machbar, Platz haben wir im Moment genug, die Gäste lassen sich leicht aufteilen. Und Sauberkeit hat oberste Priorität. Unsere Mitarbeiter wurden eigens im Umgang mit Desinfektionsmitteln geschult. Alle Bereiche des Hotels werden täglich penibel mit speziellen Geräten gereinigt, die wir eigens angeschafft haben. Dabei werden die Räume gut durchlüftet. Alle Hotelmitarbeiter unterziehen sich bis zu Öffnung einem Corona-Test und werden täglich auf Temperatur getestet. Sie tragen die vorgeschriebenen Mundschutzmasken und teilweise Handschuhe, damit unsere Gäste höchsten Schutz genießen können. In allen öffentlichen Bereichen des Hotels stehen Desinfektionsmittel zur Verfügung. Die Gäste müssen da auch mitmachen: Jeder hat dieselbe Eigenverantwortung wie daheim.

Im gesamten Hotel sind Desinfektions- und Hygienestationen verteilt. Foto: Taubers Unterwirt, Annelies Leitner

Wie organisieren Sie den Betrieb im Restaurant?

In den Speisesälen achten wir ebenfalls auf die vorgeschriebenen Mindestabstände. Unsere Gäste müssen keine Maske tragen, außer man geht zum Buffet und die Möglichkeit besteht, sich einer anderen Person näher als auf einen Meter zu nähern. Aber möglichst viele Speisen werden ohnehin direkt am Tisch serviert. Beim Frühstück müssen zuvor die Hände desinfiziert werden, um sich am Buffet bedienen zu können.

Können die Gäste auch schon den Wellnessbereich im Taubers Unterwirt genießen?

Wellness ist mit einigen vernünftigen Einschränkungen problemlos möglich. Der Wellnessbereich mit Saunen und Freibad sind offen. Es gilt grundsätzlich eine 1:10- Regel, also eine Person auf zehn Quadratmeter ist erlaubt. In der großen finnischen Sauna und der Kastaniensauna können die Gäste locker im Abstand von zwei Metern voneinander sitzen, also passen drei Leute rein oder drei Paare. In den kleineren Saunen sind nur zwei Gäste erlaubt. Allerdings bitten wir die Gäste, sich für die Benutzung ganz unkompliziert im Wellnessbereich in der entsprechenden Liste anzumelden, um die nötigen Abstände gewährleisten zu können. Im Außenschwimmbad töten hohe Temperaturen und der gesetzlich vorgeschriebene leicht erhöhte Einsatz von Chlor die Coronaviren ab. Diese können sich nicht durch das Wasser verbreiten. Das Innenschwimmbad ist daher ebenfalls geöffnet. Die Wellnessbehandlungen werden unter Einhaltung der gängigen Hygienemaßnahmen wie gewohnt durchgeführt.

Auch Saunieren ist in Südtirols Hotels wieder erlaubt – unter Einhaltung des vorgeschriebenen Sicherheitsabstandes. Foto: Taubers Unterwirt, Annelies Leitner

Wie erfahren die Gäste von den Sicherheitsmaßnahmen?

Sämtliche Maßnahmen kommunizieren wir auf der Webseite. Auf den Zimmern informieren wir über den Infokanal des Hotel-TV über alle Möglichkeiten und Verhaltensweisen. Die Gäste werden genauestens informiert und beruhigt. Von daher denke ich, wir tun alles, was getan werden kann. Als Feedback von Kollegen, die schon früher geöffnet haben, höre ich, dass sich die Gäste auch schnell an die Situation gewöhnen.

Worauf setzen Sie jetzt Ihre Hoffnung was die Gästezahlen angeht?

Der Juli dürfte noch zögerlich sein. Aber dann wird die Nachfrage anziehen zum Herbst hin mit Weinlese und Kastanienzeit. Landschaftlich und wettermäßig ist es ja immer noch genauso schön hier wie immer. Und an der Kulinarik und unseren geführten Touren und Verkostungen hat sich auch nichts geändert.

Helmut Tauber führt seine Gäste auf dem E-Bike durch seine schöne Heimat. Foto: Taubers Unterwirt, Annelies Leitner

Jetzt im Sommer steht ja ohnehin die Natur im Vordergrund. Wie und wo können sich die Gäste denn Outdoor tummeln?

Nach Belieben: Urlauber brauchen im Freien keinen Mundschutz bei Einhaltung des 1-Meter-Abstandes zu tragen. Ihren Mundschutz sollten sie dennoch immer griffbereit haben, wie zuhause auch. Seilbahnen und öffentlicher Busverkehr sind vollkommen gewährleistet und dank unserer Gästecard zum Großteil kostenlos nutzbar. Auch die Schutzhütten und Almen sind geöffnet. Die Museen und Sehenswürdigkeiten wurden Ende Mai ebenfalls wieder geöffnet. Unsere geführten Biketouren und Wanderungen führen wir vom ersten Öffnungstag und Sicherheitsabstand wie gewohnt durch. Auch unser Bikeverleih und E-Bikeverleih steht zur den Gästen zur Verfügung.

Bergpanorama am Keschtnweg bei Feldthurns, Foto: Heiner Sieger/SchönesSüdtirol.de

Urlauber können also Covid-sicher in Südtirol Ferien machen?

Auf jeden Fall: Mehr als 23.000 Mitarbeiter im Südtiroler Gastgewerbe wurden durchgetestet. Bei uns wird die ganze Mannschaft demnächst ebenfalls noch einmal getestet. So versuchen wir den Gästen klar zu machen, dass wir ihre Sicherheit sehr, sehr ernst nehmen. Ich kann nur alle Südtirol-Liebhaber bitten: Lassen Sie uns gemeinsam zurück zur Normalität kehren!

Südtirol pur: Wanderidyll bei Feldthurns, Foto: Heiner Sieger/SchönesSüdtirol.de

Musikalische-Leckerbissen in Südtirol: Jazz meets Flamenco

Südtirol Jazzfestival: Konzerte auf der Alm gehören zu den Höhepunkten.

Klavierkünstler auf der Burg Hocheppan, experimenteller Jazz auf der Treyer Alm oder großformatige Trance-Sounds und schwerfällige Grooves am Wuhnleger Weiher – in Südtirol ist wieder jazzen angesagt. Wie jedes Jahr am letzten Freitag im Juni startet – von einer begeisterten Fangemeinde schon sehnsüchtig erwartet – das zehntägige Südtirol Jazzfestival. Nun schon im 37. Jahr. Bis zur Finissage am 7. Juli überzieht ein Marathon von 62 Konzerten die Region südlich des Brenners. Mit Schwerpunkten rund um Bozen, Brixen und Bruneck sowie außergewöhnlichen Locations von der Alm bis zum Weinberg.

Südtirol Jazzfestival: Musikalische Genüsse vor Dolomitenkulisse

Inhaltliches Herzstück ist wie jedes Jahr ein Länderschwerpunkt. So hat das kleine Team um Dr. Klaus Widmann seine Entdeckungsreisen durch Europa fortgesetzt und diesmal Jazzer von der Iberischen Halbinsel eingeladen.

In den letzten Jahren war die junge Jazzszene aus Frankreich, Großbritannien, Österreich und Italien sowie aus den nordischen Ländern und den Benelux-Staaten zu Gast. Immer schon war dieses Südtirol-Festival eine Bühne für innovative neue Klangwelten, für das Unbekannte und Unerwartete: eben das Un-Erhörte!

2019 können nun spannende Musiklandschaften jenseits der Pyrenäen vorgestellt werden. Das war nicht immer so. In den 60-er Jahren sprachen Jazzkritiker noch von Spanien als einer „Wüste für den Jazz“. Die bunte spanische Szene heute mischt nicht nur mit beim internationalen Gegenwartsjazz. Besondere Musikfarben kommen auch vom Flamenco, von der nordafrikanischen Ethno-Musik sowie der Volksmusik aus Katalonien und dem Baskenland.

Markenzeichen dieses Festivals sind jedes Jahr die ungewöhnlichen Locations. Die Ensembles erklimmen nicht nur instrumental musikalische Höhen, sondern steigen auch mit ihren Instrumenten im Huckepack bergauf.

So kann das Festival erstmals am Speikboden in 2400 Metern über Sand in Taufers zu Gast sein. Die drei Konzerte auf der sonntäglichen Jazz-Wanderung am 30 Juni sind so getaktet, dass Besucher gemütlich von Hütte zu Hütte wandern können und keinen Auftritt versäumen. Eröffnet wird der Gebirgs-Jazz von dem die Volksmusik einbeziehenden katalanischen Duo Magalí Sare & Sebastià Gris vor der Sonnklarhütte. Auf der Treyer Alm bieten dann die in der Klubszene Kataloniens bekannten Gabriel Amargant und Marco Mezquida, ein herausragender Pianist, experimentell ausgerichteten Jazz. Bei der letzten Etappe spielt auf der Speikboden Alm ein Quartett aus Barcelona. Spektakulär der Blick von hier oben auf rund 150 Gipfel im Dolomiten-Gebiet und in den Zillertaler Alpen.

Am gleichen Tag treten „Chicuelo“, ein wichtiger Gitarrist der Flamenco-Szene, mit dem Klavierkünstler Marco Mezquida in der aus dem 12. Jahrhundert stammenden Burg Hocheppan auf. Auch eine Location-Premiere des Festivals. Im Rahmenprogramm gibt es Burgführungen und ein Knödelessen in der Burgschenke. Shuttle-Busse erleichtern die Anfahrt.

Einen typisch Südtiroler Genuss bietet am nächsten Tag das Weingut Pacher Hof über Neustift bei Brixen: Am späten Vormittag am Rande der leicht hügeligen Weinberge in der Sonne sitzen, hauseigene Spitzenweine, etwa einen Sylvaner oder Gewürztraminer verkosten und Marco Mezquida zuhören. Der Menorquiner Pianist bewegt sich geschmackssicher zwischen Iberischem Jazz und klassischer Musik und bezieht immer wieder den Sound präparierter Klaviersaiten mit ein.

Ein fulminantes Hörerlebnis wird der Konzertabend der Euregio Jazzwerkstatt, wenn am 3.7. von dem Berglerdorf Tiers aus auf einer abendlichen Jazzwanderung mit Blick auf den Rosengarten 19 Musiker ihr Bestes geben. Ein musikalisches Intermezzo gibt es am Wuhnleger Weiher, dann erklingen auf 1200 Metern am Ansitz Velseck bei Speis und Trank großformatige Trance-Sounds und schwerfällige Grooves.

Wie jedes Jahr lädt am vorletzten Festival-Abend das exquisite Jugendstilhotel Laurin in Bozen zu einem besonders atmosphärischen Jazzabend ein. In dem Hotelpark mit üppigem Baumbestand, spielt, umrahmt von riesigen Mammutbäumen, auf der spektakulären Schwimmbecken-Bühne die österreichische Avantgardband „5K HD“. Mutwillig verlässt das Quintett gängige Klangmuster. Mühelos wechselt es zwischen Jazz und basswuchtigem Dubstep, Breakbeat-Rhythmus und progressivem Rock. Um 23 Uhr nehmen dann zwei Brüsslerinnen in der traditionsreichen Laurin-Bar die Mikros in die Hand.

Julie Rens und Sasha Vovk lassen in bunten Kostümen die Hip-Hop-Hits der Jahrtausendwende wieder aufleben. Es soll getanzt werden – ein toller Festival-Abschluss!

 

Info:

www.suedtiroljazzfestival.com

info@suedtiroljazzfestival.com 

Tel. (+39) 0471 98 23 24

Preise: viele Konzerte sind kostenlos, sonst 10 – 20 €. Reduziert für alle unter 30 zwischen 5 – 12 €.

© alle Fotos: Südtirol Jazz Festival

Freunde finden an einstiger Dolomiten-Front

Auf dem Lagazuoi: Immer wieder kann man steinerne Zeugen des Ersten Weltkriegs besichtigen. Foto: Thomas Riedinger

Es waren schreckliche Ereignisse, die sich an der Dolomitenfront im Ersten Weltkrieg abspielten. 100 Jahre nach Friedensschluss erinnern Gedenkstätten und Museen an die Kämpfe zwischen Venetien (Italien) und Südtirol, damals noch unter der Regie der Habsburger (Österreich). Südtirols Bergsteiger- und Schauspieler-Legende Luis Trenker hatte die Auseinandersetzungen und die Sprengung eines ganzen Gipfels am Col die Lana in seinem Film „Berg in Flammen“ verarbeitet.

Michael Call weiß von diesen Kämpfen an einer eisigen Front zu berichten. Erzählt hat sie ihm sein Vater Franz, der sich mit der Geschichte der Menschen zwischen den Berggipfeln bestens auskennt – wie viele Südtiroler. Und so wird die Tour, die der erfahrene Skifahrer mit Gästen seines gleichnamigen Hotels anführt, zugleich zu einer Reise in die Vergangenheit.

Am Rand der Pisten: Blick auf die Gipfel der Dolomiten. Foto: Thomas Riedinger

„Gio scüstico della Grande Guerra“ nennen die Einheimischen die Skitour auf den Spuren der österreichischen Kaiserjäger und italienischen Alpini-Truppen. Sie führt auf rund 80 Kilometern vorbei an den schönsten Gipfeln der Dolomiten: Sellastock, Marmolada, Civetta, Pelmo, Cinque Torri, Tofana, Lagazuoi, Conturines und Sassongher. Die Spuren dieses Stellungskriegs kann man abseits der Pisten und Aufstiegsanlagen immer noch sehen: Laufgräben, Wehrgänge, Stollen, Schützengräben und Forts. Immer im Blick haben die Skifahrer den Col di Lana, den einstigen „Blutberg“, wie es in den Geschichtsbüchern heißt.

Reichlich Gelegenheit, um Spezialitäten der Region zu genießen

„Die Soldaten beider Lager saßen sich praktisch von Berg zu Berg gegenüber“, erzählt Michael Call. Die meisten Menschen starben nicht im Kugelhagel, sondern an den Folgen der eisigen Kälte in den frostigen Nächten. Auf der Tour werden die Wintersportler hingegen von der Sonne begleitet, zudem gibt es am Rand der Pisten reichlich Gelegenheit, sich aufzuwärmen und die Spezialitäten dieser Region zu genießen.

So manche Gipfelbahn und die Erschließung etlicher Berge verdanken die Skifahrer in den Dolomiten diesem Stellungskrieg, wie es in der Tourenanleitung von „Dolomiti Superski“ heißt. Der weltweit größte Skiverbund umfasst zwölf Skigebiete und mehr als 1 200 Kilometer Pisten. 31 davon legt man auf der Gebirgsjägertour zurück – ohne auch nur eine Piste doppelt zu befahren.

Skitouren-Führer Michael Call vom „Almhof Call“ in St., Vigil. Foto: Thomas Riedinger

Michael Call ist mit seiner Gruppe in Corvara (Alta Badia) in die Tour eingestiegen. Über den Passo Campolongo geht es nach Arabba, und über Porta Vescovo erreicht die Gruppe nach einer langen Abfahrt Malga Ciapela. Von dort lohnt sich ein Abstecher auf den höchsten Gipfel südlich des Brenners, die 3 342 Meter hohe Marmolada. Auch auf der „Königin der Dolomiten“ ist der Weltkrieg präsent, ausgestellt werden an der Mittelstation Sprenggeräte, Bomben und Waffen sowie Uniformen.

Spektakulär: die enge Schlucht Malga Ciapela

Den spektakulärsten Teil dieser Skitour kündigt der Tourenführer in Malga Ciapela an: Von dort geht es auf einem schmalen Skiweg nach Sottoguda – vorbei an von Eis überzogenen Felsen einer Schlucht. Bei gutem Wetter hängen Eiskletterer an den steilen Wänden. Mit dem Skibus erreicht man schließlich Alleghe und das Skigebiet am Fuß der Civetta. Für Bergsteiger Reinhold Messner ist dieser 3 220 Meter hohe Gipfel der beeindruckendste der Dolomiten – die unter der Civetta liegenden Pisten lassen die Skifahrer ins Schwärmen kommen.

Mit einem Skibus und nach weiteren Abfahrten erreicht Michael Call mit seinem Team den Passo Falzarego und den Lagazuoi. Der Berg war einst hart umkämpft, wie man an den verblieben Spuren erkennen kann: Scharten in den Felswänden, Stacheldrahtverhau und Totenkreuze auf den Felsplatten. Rund acht Kilometer lang ist die folgende Armentarola-Abfahrt auf einer der schönsten Pisten der Dolomiten. Mit dem Pferdeschlitten lassen sich die Skifahrer danach nach St. Kassian ziehen und erreichen nach wenigen Schwüngen im Schnee wieder den Ausgangspunkt Corvara.

Viele Dörfer dieser Region waren vor rund 100 Jahren Ausgangspunkte wichtiger Materialseilbahnen, die den Nachschub an die Fronten brachten. Auch die umliegenden Täler waren von Bedeutung, das Pustertal mit seiner strategisch wichtigen Bahnlinie beispielsweise. Im dortigen Skigebiet am Kronplatz zeugt das Mountain Museum Corones von Reinhold Messner von den Taten weiterer Helden, den Bergsteigern. Gerade erst wurde das Skigebiet am Plan de Corones, wie die Ladiner ihren Gipfel nennen, zum „Besten Skigebiet der Alpen“ gekürt.

Eiskletterer in der Schlucht von Malga Ciapela unweit der Marmolada. Foto: Matteo Nesello

An der Studie „Best Ski Resort“ haben sich mehr als 45 000 Skifahrer und Snowborader beteiligt. Vom Kronplatzgipfel (2 275 Meter) führen Pisten aller Kategorien nach Bruneck, Olang und St. Vigil/Enneberg, wohin Michael Call am Abend eines erlebnisreichen Tages mit seiner Gruppe zurückkehrt. Allzu viele Menschen vor 100 Jahren war ein solcher Tagesabschluss nicht vergönnt. Auch deshalb halten die Einheimischen die Erinnerung an ihre Vorfahren und einen verheerenden Krieg wach. Südtiroler, sprich Italiener, Gäste aus Österreich, der Schweiz und Deutschland haben auf dieser Tour auf einst kriegerischen Spuren Freundschaften geschlossen.

 

Infos

Dolomiti Superski: 1 220 Pistenkilometer, 450 Aufstiegsanlagen, zwölf Skigebiete, größtes Ski-Karussell der Welt.

Skigebiet Kronplatz: 119 Pistenkilometer, 32 Aufstiegsanlagen, 40 Einkehrmöglichkeiten, Anschluss zu den Skitouren.

Saison: Anfang Dezember bis Anfang/Mitte April 2019.

Gebirgsjägertour: Gesamtlänge: 82,50 Kilometer, Pisten: 31 Kilometer, Dauer der Rundfahrt: sieben bis acht Stunden.

Infos: Dolomiti Superski, Telefon (00 39) 04 71 79 53 97; Skigebiet Kronplatz, Telefon (00 39) 0474 555 447. www.dolomitisuperski.com; www.kronplatz.com; www.almhof-call.com

Steinmännchen-Wettbewerb am Lagazuoi

Zum zweiten Mal findet im Juli das Steinmännchen-Festival am Lagazuoi statt, Foto Stefano Zardini

Inmitten der schönsten Dolomitengipfel, entlang der Strecke zwischen der Hütte Rifugio Lagazuoi und dem Gipfel des Berges Lagazuoi, findet vom 14. bis 29.Juli zum zweiten Mal das Lagazuoi Cairn Festival statt. Es bietet die großartige Gelegenheit, Steinmännchen in einer unvergleichlich schönen Landschaft zu errichten.

Steinmännchen, Steinmänner, Steinmandl oder Steinmanderl, auch Steindauben, sind aufeinander gestapelte Steine in Form kleiner Hügel oder Türmchen. Diese archaische Form des Wegzeichens werden bis heute weltweit errichtet. Die Markierung soll insbesondere in unwegsamem und unübersichtlichem Gelände – wie Gebirge, Hochgebirge, Steppe und Wüsten – die Orientierung erleichtern.

Steinmännchen sollen in unwegsamem Gelände die Orientierung erleichtern, Foto: Lagazuoi.it

Steinmännchen sind in allen besiedelten Gebieten der Erde verbreitet. In verschiedenen Kulturen sind mit ihnen weitere, oft religiöse Gebräuche verbunden. Diese Markierungen sind von manchmal ähnlich aussehenden Hügelgräbern und Cairns zu unterscheiden; in manchen Sprachen (etwa Englisch oder Französisch) werden Steinmänner allerdings ebenfalls als Cairn bezeichnet.

Obwohl heute in den Alpen durch die alpinen Vereine viele Steige mit Farbmarkierungen und Schildern bezeichnet sind, gibt es noch zahlreiche Steige, Wege und Übergänge, die lediglich mit wenigen Steinmännern markiert sind.

Große Steinmänner werden oft auch als Gipfelzeichen anstelle eines Gipfelkreuzes errichtet. In westlichen Kulturen werden Steinmännchen an markanten Orten errichtet. Sie dienen Wanderern als Ausdruck ihrer Verbundenheit mit dem Ort, der Identifikation mit Traditionen und als symbolische Inbesitznahme der Umwelt.

Organisiert wird der Wettbewerb von der Hütte Rifugio Lagazuoi und der Seilbahngesellschaft Lagazuoi unter der Schirmherrschaft des Naturschutzparks der Ampezzaner Dolomiten, der Regole d’Ampezzo, des Alpenvereins von Cortina d’Ampezzo CAI sowie in Zusammenarbeit mit dem Konsortium Delicious Cortina, den Bergführern von Cortina d’Ampezzo und Alta Badia (Hochabtei), der Sektion Treviso des nationalen Verbands der Alpini (ANA), dem Sportverband FairPlay und der Fa. Dolometto.

Zwei Arbeitstage lang dürfen die Teilnhmer an ihren Steinmännchen am Lagazuoi bauen, Foto: Marina Alberti

Das Lagazuoi Cairn Festival ist ein Contest ohne Wettbewerbscharakter im Freien, für Einzelpersonen oder Paare, mit Punktwertung für das Errichten von Steinmännchen in einem dafür vorbehaltenen Bereich entlang des Weges, der auf den Gipfel des Lagazuoi in Cortina d’Ampezzo führt.

Für das Errichten der Steinmännchen sind vom Reglement 2 Arbeitstage angesetzt worden, die jeder Teilnehmer so ansetzen kann, wie er möchte. Der Zeitpunkt der Fertigstellung der Steinmännchen, Sonntag 29. Juli um 10.30 Uhr, ist bindend.

Den teilnehmenden Personen / Paaren wird jeweils ein Arbeitsbereich zugewiesen, der mit einer Nummer gekennzeichnet und mit einem Hanfseil abgegrenzt ist. Das Betreten der jeweils zugeteilten, abgegrenzten Bereiche ist ausschließlich den eingeschriebenen Teilnehmern gestattet und nur sie dürfen dort arbeiten.

Es dürfen nur Steine verwendet werden, die sich in der Nähe des jeweiligen Arbeitsplatzes befinden, ohne dabei mit den Arbeitsplätzen der anderen Teilnehmer in Konflikt zu geraten. Es ist strengstens untersagt, Steine auszugraben und, abgesehen von den Steinmännchen, andere Zeichen am Berg zu hinterlassen.

Die Teilnahme am Lagazuoi Cairn Festival setzt Bergerfahrung und Schwindelfreiheit voraus und erfordert eine angemessene Bergkleidung für Temperaturen von 0 bis +30 Grad.

Es werden 40 Arbeitsbereiche für jeweils eine, maximal zwei Personen bereitgestellt, die während des Contests nicht austauschbar / ersetzbar sind.

Alle Teilnehmer müssen ihre Steinmännchen fotografieren und für die Jury einreichen, Foto: Lagazuoi

Die Teilnahmegebühr beträgt 25,00 € pro Person und umfasst:

SEILBAHN
zwei Berg- und Talfahrten mit der Seilbahn für die registrierten Teilnehmer im Zeitraum 14.-29. Juli, an zwei frei gewählten Tagen;

• ARBEITSBEREICH
wird nummeriert und abgegrenzt bei der Registrierung zugewiesen;

• PACKED LUNCH
an jedem dieser zwei Tage können die Teilnehmer ab 12.00 Uhr im Rifugio Lagazuoi ihr Lunchpaket abholen;

• TAG DER PREISVERLEIHUNG
Berg- und Talfahrt mit der Seilbahn und Lunchpaket für alle Teilnehmer am 29. Juli 2018, Tag der Preisverleihung;

• TEILNAHMEZERTIFIKAT
und das Gadget der Veranstaltung;

WICHTIG:
jeder registrierte Teilnehmer muss 3 Fotos von dem von ihm errichteten Steinmännchen knipsen und sie an die e-Mail-Adresse lagazuoi@lagazuoi.it senden;

PREISVERLEIHUNG
am 29. Juli findet ab 10.30 Uhr die Auswertung der Jury statt, der Gewinner wird ab 14.00 Uhr mit der
Preisverleihung bekannt gegeben.

ANMELDUNG
auf der Website www.lagazuoi.it, an der Kasse der Lagazuoi-Seilbahn oder in der Lagazuoi-Hütte

Hotel Turm in Völs: Coole Vögel und die Kunst der Lockerheit

Freche Kunst auf der Terrasse des Hotels Turm; Foto: Heiner Sieger

„Du, lass’ uns doch schnell zusammen einen Capuccino bei Lorenzo an der Bar nehmen. Ich muss gleich wieder hoch und weiter Bilder aufhängen“. Der Endvierziger im dunklen Piquehemd, Schlabberhosen und Arbeitsschuhen nimmt sich noch ein paar Minuten Zeit für einen langjährigen Stammgast, der gerade mit Frau und zwei halbwüchsigen Kindern aus Deutschland angereist ist. Dabei ist Stephan Pramstrahler, Inhaber des „Turm“ in Völs am Schlern, gerade eigenhändig dabei, aus seinem sehr schönen Hotel ein noch schöneres Hotel zu machen.

Das Hotel „Turm“ im kleinen Südtiroler Örtchen Völs am Schlern ist ein eigenwilliger Ort: die Mauern sind Jahrhunderte alt, die Zimmer verwinkelt, die Wände hängen voll mit wertvoller Kunst und der Inhaber ist Haubenkoch, Winzer und überhaupt ein cooler Vogel.

Stephan Prahmstrahler; Foto: Hotel Turm

Erst kürzlich hat er nach einer Umbauphase wieder geöffnet. Doch bis alle Zimmer fertig sind, würde es noch länger dauern, wenn er jetzt nicht mit anpackt. Und arbeiten, das hat Stefan Pramstahler schon von Kindsbeinen an gekonnt.

„Als ich 15 war, hat mich mein Vater in einen LKW gesetzt, der Richtung Frankreich fuhr und gesagt: Bub, Du fährst jetzt ins Elsass und lernst gescheit kochen“. Das hat der Bub dann auch gemacht. Der Fernlaster brachte ihn direkt bis Weissenburg. Im Restaurant „Zum Schwan“ in Cygne lernte er die französisch-elsässische Küche kennen. Von dort ging es weiter nach Paris, wo er einigen damaligen Starköchen in die Töpfe schauen durfte. Dann wechselte er nach Mailand und entdeckte neue Horizonte in der italienischen Küche.

Im romantischen Speisesaal des Hotels Turm wird Haubenkost serviert; Foto: Heiner Sieger

Nach seiner Lehrzeit und weiteren Stationen in Deutschland und den USA avancierte er beim anschließenden Militärdienst in der Küche der Offiziersmesse des Armeekorpskommandos zum Küchenchef und bekochte unter anderen Italiens Staatspräsident Pertini. Danach kehrte er in den heimischen Turmwirt zurück. Statt Hoteldirektor wurde er auch dort erst mal Koch und beschloss, dass sein Restaurant eines Tages zu den besten in Südtirol zählen sollte. Heute ist der Turm ein Haubenrestaurant, das mit 14 Punkten im Gault Millau und 3 Kochlöffeln im Schlemmer-Atlas ausgezeichnet ist.

Am Herd trifft Südtiroler Tradition auf Experimentierfreude
Dabei steht Mâitre Stephan längst nicht mehr immer selbst am Herd. Sondern im 26-jährigen Mathieu Domagalla hat er einen Chefkoch an seiner Seite, der mit seinen französischen und italienischen Wurzeln das Beste aus beiden Küchen weiterhin kunstvoll verbindet und schon seit zehn Jahren im Turm Köstlichkeiten auf den Teller zaubert. „Der Mathieu soll es eigentlich noch besser machen als ich und das kann er auch“, stärkt er seinem Zögling den Rücken. Und der geht durchaus seinen eigenen Weg. Erst kürzlich hat er die Struktur der Menüs geändert. Statt zwischen „Romantik“- und „1001-Kalorien“-Menü kann der Gast jetzt wählen aus dem Kreativ-Menü, dem Südtiroler Menü und dem Fisch-Menü, darf Speisen aus beiden kombinieren oder auch à la Carte essen.

Mathieu Domagalla, der Junior-Chefkoch am Herd forciert Südtiroler Traditionen; Foto: Heiner Sieger

Bei aller Inspiration durch französische Küchengrößen wie Ducasse und Bocuse, forciert der Junior-Chefkoch am Herd Südtiroler Traditionen. Heimisches Obst und Gemüse, am liebsten von lokalen Bauern: Schwarzer Knoblauch, Urgemüse wie blaue und gelbe Karotten, bunte Rüben, frische Erbsen, dicke Bohnen, Kichererbsen und Spargel sowie Kirschen, Erdbeeren und Aprikosen zum Beispiel. Die klassische französische Küche kombiniert er mit neuen Techniken wie der kontrollierten Niedrigtemperatur. So dünstet er die typischen Südtiroler Kalbswangelen für 24 Stunden bei 68 Grad in Milch. „Wenn es normal gekocht wird, verliert das Fleisch 30-40 Prozent Wasser, auf diese Art aber nur zehn Prozent, die Konsistenz ist dann anders und schmackhafter. Dann bleibt die Kalbswange auch rosa und weich“, sagt Mathieu.

Lammfilet aus der Haubenküche; Foto: Hotel Turm

Die Kulinarik im Turm zeugt von hohem Qualitätsbewusstsein, unverhohlener Experimentierfreude und einer spürbaren Lockerheit, genauso wie von regionaler Bodenständigkeit – drei Dinge die für das gesamte Hotel charakteristisch sind. So wird die Erbsencremesuppe gereicht mit nach Genueser Art überbackener Auster, die heimischen Ricotta-Perlen im Schüttelbrotmantel glänzen auf sautiertem Spinat mit Goldenen Äpfeln und das Filet vom Völser Rind kommt frisch vom Ansitz Zimmerlehenhof, den der Gast vom Tisch aus auf dem gegenüberliegenden Hügel sogar sehen kann. Als Nachspeise folgt dann noch ein Eis vom Südtiroler Honig auf Mohncrumble und schaumiger Milch. „Unsere Küche darf durchaus designend sein – aber man soll die Südtiroler Wurzeln am Gaumen spüren“, sagt Stephan.

Kein Zimmer gleicht dem anderen
Diese Philosophie gilt auch für die 50 Zimmer des Hotels. „Design in historischen Mauern“ nennt der Hotelinhaber sein eigenwilliges, romantisch inspiriertes Konzept. Nicht nur die Architektur des Hauses macht ihm das leicht. Zum Hotel Turm gehören drei Häuser und mehrere Türme: der alte Turm, das Kraiterhaus mit Rundturm, der neu gebaute Eulenturm und das Wagenhaus. Der alte „Turm“ stammt aus dem 13.Jahrhundert und war im Laufe der Zeit Wehrturm, Gericht und Kerker, um schließlich Gastwirtschaft zu werden.

2000 Kunstwerke zieren die Wände des Hotels Turm, auch in der Lounge; Foto: Heiner Sieger

Bei den Zimmern gleicht keines dem anderen. Manche haben ein Himmelbett, andere sind eher moderner eingerichtet, manche haben einen Balkon, auf dem auch schon mal ein großes Kruzifix hängt, andere befinden sich dafür im historischen Teil. Die einen haben hellen Holzboden, die anderen dunkle Holzdielen, andere wieder sind mit Silberquarzit ausgelegt.

Und doch gibt es in allen Zimmern die unverkennbare, liebevolle Handschrift des Hoteliers: In jedem Raum stehen Sessel oder Sofas von Designern wie Roberto Cavalli und Rolf Benz, aber auch von Baxter und Poltrona Frau. Jedes Zimmer ziert zudem ein Stück Mauer oder Fels des historischen Teils oder ein altes Möbelstück aus Südtirol. Im Fitnessraum kann man sich nicht nur an modernsten Geräten austoben, sondern auch an einer echten Kletterwand im Felsen, in den der Turm hineingebaut ist. „Wir wollen erkennbar sein als Südtiroler Hotel. Der Gast soll immer wissen, wo er in seinem Urlaub ist. Das umzusetzen finden wir sehr spannend“, schmunzelt Stephan.

Kunstwerke an allen Ecken und Enden

Jedes Zimmer im Hotel Turm ist Südtirolerisch geprägt; Foto: Hotel Turm

Nach dem Aufenthalt im Turm wird der Gast auch nicht mehr vergessen, wo er gewesen ist. Zu mächtig und nachhallend imposant steht zum einen vor dem Haus das gewaltige Massiv des Schlern, der von den vielen Terrassen und Balkonen aus betrachtet seine magische Kraft entfaltet. Und zu beeindruckend ist zum anderen der Mut von Stephan Pramstrahler, rund 2000 wertvolle Kunstwerke, die sein Vater ihm vermacht hat, quer durch das Haus zum ständigen Begleiter seiner Gäste zu machen.

Wie smart ist das denn? Joseph Beuys, Oskar Kokoschka, Otto Dix, Paul Klee, Giorgio de Chirico und Renato Guttuso, Salvador Dali, Pablo Picaaso und Paul Flora begegnet man im eigenen Zimmer, auf den Fluren und den Gaststubenzufällig an allen Ecken und Enden – genauer gesagt, einigen der kostbaren Ölbilder, Aquarelle und Lithographien dieser und weiterer namhafter Künstler. Da gehört schon Einiges an Coolness und Gottvertrauen dazu, diese Werte derart stolz und vergleichsweise ungeschützt zu präsentieren.

Das Turmhotel prägtdas Ortsbild im ursprünglich gebliebenen Völs am Schlern; Foto: Hotel Turm

Aber diese beiden Eigenschaften zeichnen Stephan Pramstrahler von je her aus. Sonst hätte er es wohl nicht bis zum Weltmeister im Drachenfliegen gebracht. Und er hätte auch nicht im Parallelflug mit Kathrin, die auch Somelliere ist, mal eben locker ein weiteres Abenteuer gewagt – den Kauf des seinerzeit abgewirtschafteten Grottnerhofs, einem alten herabgewirtschafteten Bauernhof, ebenfalls aus dem 13. Jahrhundert. Heute fungiert der Hof mit zwei exquisiten Suiten als eine Art Außenstelle des Hotels und beherbergt außerdem ein Weingut. Aus drei Hektar Weinreben produziert Hobbywinzer Stephan inzwischen 20.000 Flaschen mit vier Sorten: Sauvignon, Weißburgunder, Gewürztraminer und Blauburgunder.

Mit dem Charme des Dorfgasthauses
Jeder Wein hat auf dem Etikett einen Vogel: den Raben, die Elster, den Uhu, und das Birkhuhn. Dabei fungiert der Rabe auch – nicht von ungefähr – als Wappentier. Denn als Kind hatte Stephan einen Raben namens „Rocky“ als Spielgefährten. Und der Corbus Corax, den er für das Etikett des Blauburgunders verwendet, ist der Kolkrabe, der einzige Rabe, der den Rückenflug beherrscht. „Der Rabe steht als Zeichen für Intelligenz, Geselligkeit und Anpassungsfähigkeit. Alles, was mit Intelligenz zu tun hat, begeistert mich“, sagt Stephan Pramstrahler und seine Augen beginnen zu funkeln. „Und so wollen wir den Wein auch trinken: in der Gruppe, etwas dabei spüren und fühlen. Aber weltoffen und ein wenig lustig und frech darf man auch sein.“

Bunte Vögel sind das Markenzeichen der hauseigenen Weine im Hotel Turm.

Die Elster ist ebenfalls ein Rabenvogel und ziert den Weißburgunder wegen seiner auffallend schönen weißen Feder. Der Uhu dagegen steht für den Sauvignon: „Der ist etwas eingebildet, der höchste in der Nahrungskette, er glaubt, er ist der Größte. Und unser Gewürztraminer ist das Birkhuhn, etwas dekoriert und parfümiert, mit vielen Buketts und Aromen“, erklärt der Hotelchef die Analogien.

Was den Turm aber jenseits aller Kunst, Kulinarik und Romantik einfach charmant macht: er ist als Dorf-Gasthaus noch immer beliebter und belebter Treffpunkt auch der Einheimischen geblieben. Zum vormittäglichen Spritz-Aperol treffen sich die Männer auf einen Plausch an der Bar. Mittags kommen die Handwerker auf eine Suppe und einen Vernatsch, und zur Kaffeezeit sind die Tische in der gediegenen Wirtsstube von Seniorinnen in Tracht besetzt, die sich den hervorragenden, selbst gemachten Apfelstrudel schmecken lassen.

 

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Mit Leidenschaft durch Alta Badias Bergwelt

Den eigenen Weg finden: Hiking in den Dolomiten von Alta Badia; Foto: Alex Molling

„Explore your way!“ heißt es in diesem Sommer in Alta Badia. Die ladinisch gepägte Region Südtirols fasst unter diesem Motto sämtliche adrenalinsteigernden Outdoor-Aktivitäten und Initiativen zusammen, die eng mit der prächtigen und unberührten Natur der Dolomiten verbunden sind. Trekking, Hiking, Free Climbing, Bike Touring oder Paragliding sind einige der vielfältigen Aktivitäten, denen sich Outdoor-Freaks im Herzen der Dolomiten UNESCO Weltnaturerbe hingeben können. Die Höhepunkte des Programms sind:

MOVIMËNT
In der Welt von „Explore your way!“ befinden sich die Movimënt Parks, die auf dem Piz La Ila, Piz Sorega, Pralongiá und Boé gelegen sind und bequem mit den Seilbahnen dank der Alta Badia Summer Card erreicht werden können, die Zugang zu mehr als 10 Seilbahnen in ganz Alta Badia gewährt. Die Movimënt Parks sind über angenehme Wege miteinander verbunden, die zu Fuß oder auf einem E-Bike zurückgelegt werden können, welches bei der Bergstation der Seilbahnen auf dem Piz La Ila, Piz Sorega und Col Alto oder in den Verleihstellen in La Villa und Corvara zur Verfügung stehen.

BIKE BEATS – ALTA BADIA TRAILS
Die Neuheit des Sommers 2018 innerhalb des Movimënt-Bereichs: drei Strecken mit leichtem, mittlerem und anspruchsvollem Schwierigkeitsgrad schlängeln sich auf nicht asphaltiertem Boden von der Bergstation bis zum Tal des Piz Sorega. Es handelt sich um „Country Flow“-Strecken, also um fließend befahrbare Wege, die ausschließlich Mountainbikes oder E-Bikes vorbehalten sind, mit Wegbegrenzungen und leichten/mittelschweren Sprüngen. Die Möglichkeit aus verschiedenen Schwierigkeitsgraden auszuwählen, sorgt dafür, dass die Bike Beats Trails sowohl für Familien mit Kindern, als auch für junge Leute und all jene ideal sind, die den Reiz einer Abfahrt auf einem für Fahrräder geeigneten Parcours erleben möchten. Auf den Bike Beats Trails finden zwei Veranstaltungen statt, die am 7./8. Juli (Rookies Cup) und am 29. Juli (E-Enduro Race) auf dem Programm stehen.

Acuh einfachere Mountainbiketouren sind in Alta Badia gut machbar, Foto: DC Photography

Der Movimënt-Bereich ist zudem hundefreundlich: Hunde sind in Begleitung ihrer Besitzer herzlich willkommen und ihnen wird auch besondere Aufmerksamkeit gewidmet, wie z.B. mit einem Hundekeks bei der Talstation der Umlaufbahn. In einigen Berghütten gibt es auch eine Hundebar und entlang der Wege stehen Hundetoiletten zur Verfügen, während sich die Vierbeiner an heißen Tagen auch in wassergefüllte Becken erfrischen können.

SUMMER PARK LA CRUSC
Der Summer Park La Crusc ist bei der Bergstation des gleichnamigen 4er-Sessellifts eingerichtet. Es handelt sich um einen familiengerechten, didaktischen Park, in dem Kinder mit jeder Menge Spaß bei den verschiedenen Stationen, die durch einen Rundweg miteinander verbunden sind, viel lernen können. Riesige Holzstühle, große Liegestühle in Tierformen, die Drachenhöhle, Wasserspiele, Minizoo – das sind nur einige der Attraktionen, die den Park bereichern.

Der Summer Park La Crusc ist bei der Bergstation des gleichnamigen 4er-Sessellifts eingerichtet; Foto: Alta Badia

Zu den Neuheiten zählt auch der Kneipp-Parcours, der dank der Eigenschaften der Steine und des Wassers dem Körper Wohlbefinden und Entspannung schenkt. Abenteuerlustige können sich hingegen auf zwei Geocaching-Wegen auf die Suche nach verborgenen Schätzen begeben, die den auf den Armentara-Wiesen wachsenden Blumen gewidmet sind. Fotoliebhaber und Fans der ladinischen Kultur haben hingegen die Möglichkeit, die Fotoausstellung zu besuchen, die der Geschichte des örtlichen Kunsthandwerks gewidmet ist.

Natürlich muss auch unbedingt die Wallfahrtskirche Heiligkreuz besucht werden, die vom Summer Park La Crusc bequem mit dem Sessellift zu erreichen ist. Es handelt sich um eine Kultstätte, die jedes Jahr von vielen Wallfahrern aufgesucht wird.
Die Wiese neben der gotischen Kirche bildet am 31. Juli die Kulisse für das Konzert von „Paolo, il pianista fuori posto“, der von 10 bis 17 Uhr an diesem außergewöhnlichen Ort seine Musik am Klavier zum Besten gibt.

Lohnt auf jeden Fall einen Zwischenstopp: Die Wallfahrtsstätte Heiligkreuzkofel; Foto: Alta Badia, Freddy Planinschek

DAS VIELFÄLTIGE PROGRAMM DER INITIATIVE „EXPLORE YOUR WAY!“
Die Aktivitäten im Rahmen des Programms der Initiative „Explore your way!“, aus denen Bergliebhaber entsprechend ihrer Leidenschaften auswählen können, sind in vier Bereiche gegliedert. Die Kategorie „nature gym“ basiert auf Aktivitäten, wie Running, Trail Running, Geocaching, Orienteering und Speedhiking, während die Kategorie „rock your body“ Klettern, Free Climbing, Exploring, Trekking und die Klettersteige umfasst. Der Bereich „bike“ ist Mountainbike-Begeisterten gewidmet und beinhaltet Bike Touring, Freeride, E-MTB und Enduro. Schließlich widmet sich die Kategorie „flying“ Adrenalinbegeisterten, denn sie bietet verschiedenste Möglichkeiten für Paragliding, Hang Gliding und Slackline.

Den Aufenthalt in einer der „Explore your way!“-Anlagen zu buchen, ist ideal für all jene, die einen individuellen, auf die eigenen Erwartungen abgestimmten Urlaub verbringen möchten. In diesen Anlagen kann das gesamte Angebot eines 360°-Aktivurlaubs in Anspruch genommen werden. Jeder Beherbergungsanlage steht ein eigener „Explore your way!“-Experte zur Verfügung, der die Gäste hinsichtlich der umfassenden Auswahl des Aktivitätenprogramms berät. Die Anlagen bieten zusätzlich wöchentlich zwei Aktivitäten in Begleitung an. Außerdem werden kostenlos Rucksäcke und Wanderstöcke für die einzelnen Aktivitäten zur Verfügung gestellt und eine ständige Unterstützung der Aktivurlaubfans garantiert.

Selbst gestaltete individuelle Erlebnisse gehören zum Progra,mm „Explore your way“ in Alta Badia; Foto_ Alex Molling

TREKKING MIT ÜBERNACHTUNG IM ZELT
Auch dieses Jahr bietet „Explore your way!“ die Möglichkeit eine Trekking-Tour mit Übernachtung im Zelt zu buchen. Diesbezüglich stehen zwei Termine auf dem Programm: 13. – 14. Juli und 3. – 4. August mit Trekkingtour vom Piz Boé zur Pralongiá-Hochalm und Sternbeobachtung. Am darauffolgenden Morgen wird vor dem Sonnenaufgang aufgestanden. Gemeinsam wird ein kleiner Spaziergang unternommen, um vor dem Frühstück die aufgehende Sonne zu genießen und dann eine weitere Tour im Herzen der Dolomiten zu unternehmen. Die Rückkehr ist am Nachmittag vorgesehen. Der Gesamtpreis pro Person beträgt 170 € und beinhaltet die Übernachtung im Zelt, das Abendessen, das Frühstück und die geführten Touren.

GEMEINSAM WANDERN: WÖCHENTLICHE TOUREN MIT ERFAHRENEN BEGLEITERN
Den ganzen Sommer über bietet Alta Badia wöchentlich im Rahmen des Programms “Gemeinsam wandern” eine große Auswahl an geführten Ausflügen an, die die Bedürfnisse auch anspruchsvoller Touristen zufriedenstellen.

Die Ausflüge sind in verschiedene Themenbereiche – Kultur, Natur, Abenteuer – und verschiedene Schwierigkeitsstufen der Ausflugsrouten – einfach, mittel, anspruchsvoll – gegliedert. Gemeinsam mit kompetenten Tourenführern des Ortes können sich die Ausflugsgäste auf eine Entdeckungstour durch die Naturparks Fanes-Sennes-Prags und Puez-Geisler begeben und auf verborgenen Wegen die Besonderheiten der umgebenden Tier- und Pflanzenwelt sowie die Geologie und Morphologie der Dolomiten entdecken.

Anspruchsvolle Wanderungen sind in Akta Badia auch mit Führung möglich, Foto: Alex Molling

Zur Teilnahme an den geführten Ausflügen ist die Anmeldung bis spätestens am Tag vor dem gewählten Ausflugsdatum in den Tourismusbüros im Tal erforderlich.

AUF ENTDECKUNGSTOUR DER SCHNEEHÖHLE
Zu den geführten Ausflügen zählt der Ausflug zur Schneehöhle am Fuße des Heiligkreuzkofels. Es handelt sich um eine natürliche Höhle, die durch die Schnee- und Gletscherschmelze entstanden ist, die von den Wänden der oberhalb liegenden Gipfel fließt. Zur Schneehöhle gelangt man nach einem 45-Minuten-langen Fußweg auf dem Wanderweg 15/B von der Heiligkreuzkirche aus, die auch bequem mit den Liftanlagen erreichbar ist. Der geführte Ausflug wird jeden Donnerstag, vom 22. Juni bis 14. September, angeboten.

Viel Neues für Radler im Grödnertal

Für Biker ist das Grödnertal ein Paradies; Foto: TV Val Gardena

In Gröden, dem Feriental der Südtiroler Dolomiten, erwartet Mountainbike-Freunde ein umfassendes Mountainbikenetz vor beeindruckender Kulisse. So kann die einzigartige Natur der Dolomiten, der laut Reinhold Messner „wohl schönsten Berge der Welt“, auf über 600 Streckenkilometern der Region entdeckt werden. Insgesamt 22 Tagestouren und fünf Mehrtagestouren können rund um die Orte St. Ulrich, St. Christina und Wolkenstein mit dem Mountainbike bezwungen werden. Die Destination Gröden ist die einzige „Approved Bike Area“ Mountainbike-Region in Südtirol.

Besonders empfehlenswert ist die Sellaronda Mtb-Tour, die vor allem aufgrund der Kulisse von Sellagruppe und Marmolada ein wahres Highlight ist. Wer die Sellaronda nicht alleine in Angriff nehmen möchte, schließt sich den geführten Mountainbike-Touren im Rahmen von „Val Gardena Active“ rund um das Sella-Massiv an.

Ein Genusstag wird jeden Donnerstag mit der Val Gardena Panorama Ebike-Tour powered by Bosch geboten. Die Tagestour umkreist die drei ladinischen Ortschaften über satte Almen und Forstwege und bietet ein faszinierendes und abwechslungsreiches Panorama.

Gröden bietet für Radfahrer in diesem Sommer zahlreiche Neuigkeiten:

Dank der Umlaufbahn Dantercepies und dem Cir Sessellift sind zwei neue Trails leicht erreichbar; Foto: Whistaler

Bikepark & Flowtrails Dantercepies
Neu modellierte und naturbelassene Trails, die Gondelbahn Dantercepies und die herrliche Landschaft der Dolomiten in Griffweite. Ideal für hungrige Mountainbiker: Zwei Flow Trails, die jedes Biker-Herz höherschlagen lassen. Beide Trails bieten eine 1,6 Km lange easy line und somit absoluten Flow-Spaß für Erwachsene und Kids. Dank der Umlaufbahn Dantercepies und dem Cir Sessellift sind beide Trails leicht erreichbar und vor allem steht unzähligen Wiederholungen nichts im Wege. Dieser Trail bietet ein perfektes Übungsgelände für Anfänger und wird für erfahrene Biker zur perfekten Flow-Bahn.

Bike Park Piz Seteur
Ein leichter Trail für die ganze Familie von 3.600 Metern führt von der höchstmodernen Umlaufbahn Piz Seteur bis zum Plan de Gralba.

Skillpark Palmer für Kinder und Familien
Am Parcour lernen Anfänger die richtige Radfahr-Technik und Fortgeschrittene perfektionieren Ihre Parcour-und Sprungtechnik.

 Neuer Bikeweg in St. Christina Mont Sëura
Die Verbindung zwischen der Steinernen Stadt und Monte Pana erfolgt für MTB-Fahrer nicht mehr vollständig über den Wanderweg Nr. 528, sondern entlang der Forststraße Nr. 526 B bis zur Bergstation des Sesselliftes Mont de Sëura. Die weitere Abfahrt erfolgt über die neue Forststraße zwischen Mont de Sëura und Monte Pana.

Neue Bikeverbindung Mastlé Alm mit St. Jakob
Auf der Mastlé Alm an der Kreuzung zwischen den Wegen 1A und 2 ist die Verbindung für MTB-Fahrer bis nach St. Jakob entlang folgender Wege möglich: 1A, 42, 4 (Forststraße) bis zum Weg 4-32.

Sommer, Sonne, Algund

Sommer-Panorama in Algund, Foto: Christian Gufler, TV Algund

Warum immer in die Ferne schweifen? Sonnenhungrige finden sommerliches Klima auch im Südtiroler Ort Algund. Von April bis weit in den Oktober herrschen im kleinen Gartendorf bei Meran Temperaturen, die Urlauber sonst eher von Gardasee, Sizilien oder Mallorca kennen. Aufgrund des besonderen alpin-mediterranen Mikroklimas mit einer geschützten Tallage ist es dort immer um einige Grad wärmer als in den umliegenden Dörfern.

Das liegt auch an den mehr als 300 Sonnentagen im Jahr, die Wandern, Biken, Sonnen und Schwimmen inmitten von wunderschönen Rebhügeln, Obstgärten und Palmen, aber immer mit Blick auf die Meraner Bergwelt, zum einem lange nachwirkenden Urlaubserlebnis machen.

Die Sponser Seen zählen zu den beliebsten Ausflugszielen bei Höhenwanderungen rund um Algund; Foto: Christian Gufler, TV Algund

Perfekter Ausgangspunkt für Wanderungen in alle Höhenlagen
Algund liegt am Tor zu Südtirols größtem Schutzgebiet – dem Naturpark Texelgruppe – und am Fuße des weltberühmten Meraner Höhenweges. Der Meraner Höhenweg zählt zu den beliebtesten Wanderwegen Südtirols. Er führt unter anderem lohnenswerten Zielen wie den Partschinser Wasserfall und die Spronser Seen im Naturpark Texelgruppe.

Auf geführten Alm- und Hüttenwanderungen können Urlauber die faszinierende Südtiroler Bergwelt erkunden und erleben: Stille Waldwege, sprudelnde Wildbäche, blühende Berghänge und duftende Almwiesen sind die stillen Wegbegleiter zu Zielen mit atemberaubenden Ausblicken.

Auch auf eigene Faust lässt sich das „Burggrafenamt“ rund um Algund erwandern: Der etwa sechs Kilometer lange Algunder Waalweg zählt zu den schönsten Panoramawanderwegen des Meraner Landes. Wer weiter über den bekannten Tappeinerweg wandert, gelangt bis ins Zentrum der bekannten Kurstadt Meran. Zurück führt in wenigen Minuten ein Zubringerbus – mit der Algund-Card sogar kostenlos. Die bekommt jeder Gast, der mindestens eine Nacht in einer Algunder Unterkunft übernachtet.

Auch Radfahrer finden rund um Algund immer ein sonniges Plätzchen; Foto: Christian Gufler, TV Algund

Dreh- und Angelpunkt für Radtouren ins Vinschgau, Etschtal & Passeiertal
Wer lieber mit dem Radl unterwegs ist, findet im ursprünglich gebliebenen Gartendorf einen optimalen Startpunkt für bequeme Tal-Radtouren in den Vinschgau, das mit Wein- und Obst bebaute Etschtal oder das etwas alpinere Passeiertal. Ein echter „Renner“ im wahrsten Sinne des Wortes ist die Route in westlicher Richtung durch den Vinschgau: sie führt auf der Via Claudia Augusta, der einstigen römischen Kaiserstraße Italiens durch die Alpen in den Norden.

Von Algund geht es an den bekannten Trauttmansdorffer Thronsesseln am Hochkreuz vorbei bis zum bekannten Reschensee mit dem aus dem Wasser ragenden Kirchturm von Altgraun. Auf der rund 70 Kilometer langen Strecke lohnt sich alle paar Kilometer ein Kulturstopp: die Schlösser Juval und Kastelbell, die Churburg oder das Kloster Marienberg sind immer einen Besuch wert.