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Gummer: Den Planeten ganz nahe sein

Den Saturn mit eigenen Augen sehen, einen gezielten Blick auf die Venus werfen oder einen visuellen Spaziergang durch die Milchstraße unternehmen – ein nicht alltägliches, besser gesagt allnächtliches Schauspiel wartet auf die Besucher der Sternwarte “Max Valier” mit dem Sonnenobservatorium “Peter Anich” in Gummer.

In der Sternwarte "Max Valier" kann man den Planeten ganz nahe sein.

In der Sternwarte “Max Valier” kann man den Planeten ganz nahe sein.

Gummer ist eine kleine Ortschaft unweit von Steinegg, einem etwas größeren Dorf, das von Bozen aus in einer guten halben Autostunde zu erreichen ist. Es muss ja nicht immer der Obstmarkt, das “Ötzi”-Museum oder die Laubengänge der Südtiroler Landeshauptstadt sein, die zum Verweilen einladen, ein Blick in den Sternenhimmel und die unendlichen Weiten des Weltalls faszinieren mit Sicherheit gleichermaßen. Steinegg beziehungsweise Gummer zu erreichen ist ein Kinderspiel. Entweder nimmt man den Weg über Kardaun ins Eggental oder man fährt ein Stückchen auf der Staatsstraße weiter nach Norden bis zur Abzweigung Blumau, um in kurzer Zeit am Ziel zu sein.

Fenster zum Universum

Die erste und einzige Volkssternwarte, quasi das Fenster zum Universum auf einer Meereshöhe von 1350 Metern gelegen, steht seit einigen Jahren allen Astronomiebegeisterten zur Verfügung. Das Sonnenobservatorium befindet sich in unmittelbarer Nähe zur Sternwarte. Ein hochwertiges Teleskop (80 Zentimeter Hauptspiegel mit acht Metern Brennweite) erlaubt ferner auch einen spektakulären Blick auf die brodelnde Sonnenoberfläche unseres Lebensspenders Nummer eins.

Ein besonderes Ereignis

Ist man erst mal in Steinegg, ist ein Besuch der Sternwarte unerlässlich.

Ist man erst mal in Steinegg, ist ein Besuch der Sternwarte unerlässlich.

Um die Zeit bis zur Dämmerung zu verkürzen – eher ist ein Blick in den Sternenhimmel nicht möglich – besteht die Möglichkeit, den sogenannten Planetenweg – selbstständig oder geführt – zu erwandern. Dort werden sowohl die Abstände als auch die Größenverhältnisse im Sonnensystem unmittelbar erfahrbar. Diese Planetenwanderung beginnt beim Sonnenobservatorium, das die Sonne darstellt. Nach einem halben Kilometer erreicht man den ersten Planeten, den Merkur. Weitere 500 Meter weiter taucht die Venus auf, danach die Erde. Mars, Jupiter, Saturn und Uranus folgen. Einem Waldpfad folgend ist Neptun erreicht. Als Letztes erreicht der Wanderer, der auf diesem Weg etwa zehn Kilometer zurücklegen muss, Pluto, den neunten Planenten unseres Sonnensystems. Wer ganz besonders wanderwütig ist, der kann den Planentenweg auch auf einer 20-Kilometer-Schleife erkunden. Eine Besuch und die dazu gehörige Wanderung ist ein ganz besonderes Erlebnis – für jung und alt gleichermaßen.

Informationen: Tourismusverein Steinegg, I-39056 Steinegg, Tel.: 0039 0471 37 65 74, Fax: 0039 0471 37 67 60. Die Sternwarte ist zu erreichen unter Tel.: 0039 0471 36 13 14.

Fotos: Tourismusverein Steinegg

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About Dieter Warnick

Immer wenn er davon spricht, dass Südtirol seine zweite Heimat ist, dann sagt er das nicht nur so zum Spaß. Denn Dieter Warnick wurde schon als Kleinkind die Affinität zu dem bezaubernden Landstrich südlich des Brenners quasi mit in die Wiege gelegt. Sein Vater war auch vernarrt in die Dolomiten und seine Menschen dort. Und so ging es mindestens einmal im Jahr nach Südtirol. Mit der ganzen Familie. Im Laufe der Jahre wurden die Aufenthalte immer häufiger, das Wissen über die Örtlichkeiten immer spezieller. Dieter Warnick arbeitete 30 Jahre lang bei einer großen bayerischen Tageszeitung, ehe er sich 2008 neu orientierte, seinen Job als Sportredakteur an den Nagel hing und sich auf den Reise-Journalismus spezialisierte. Südtiroler Geschichten bleiben sein vorrangiges Genre, aber auch andere Länder haben es ihm angetan.

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