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Sarntal: Ein bodenständiges Bergbauernvolk

Alte Kunsthandwerke

Neben Weben, Korbmachen, Pfeifenschnitzen und Drechseln ist das Sarntal geradezu berühmt für das Jahrhunderte alte Kunsthandwerk der Federkielstickerei. Mit gespaltenen Federkielen von Pfauen werden vor allem Gebrauchsgegenstände aus Leder, wie Gürtel und Hosenträger (“Krax’n”) bestickt, heutzutage aber auch vermehrt Schlüsselanhänger, Geldbörsen, Handtaschen und Schuhe. Es bedarf sehr viel Geschick und Geduld, um die aufgezeichneten Ornamente mit einer Ahle Stich für Stich fein säuberlich aufzusticken. So ist es nicht verwunderlich, wenn die kunstvolle Verzierung eines Bauchgurts, der sogenannten “Fatsch”, schon mal 200 Arbeitsstunden in Anspruch nehmen kann. Nicht umsonst beträgt die Lehrzeit dieser “Kunst” fünf Jahre!

Sarthein – der Hauptort des Sarntals.

Die Sarner tragen ihre so geschmückte Tracht natürlich voller Stolz – sie wissen um das Fest für’s Auge -,  und das nicht nur an Sonn- und Feiertagen. Auch an Wochentagen wird diese Kleidung oftmals angezogen. Sie wird seit Urzeiten als “Bayrische” bezeichnet, und gehört zu den Schönsten im deutschsprachigen Raum. Die Frauentracht ist bunt und reich an Details, die der Männer alpenländisch, wobei der Kopfschmuck etwas an das Balzverhalten im Tierreich erinnert. Denn die allesamt schwarzen Hüte sind mit Bändern verziert, die in ihrer Farbe alles über den Familienstand des jeweiligen Trägers aussagen. Ist ein Band rot, ist der Träger ledig, ist die Kordel grün, dann ist er verheiratet. Kleider machen eben Leute.

Ein Besuch im Rohrerhaus

Wie sich das Leben früher abgespielt hat, verdeutlicht ein Besuch im Rohrerhaus im Ortszentrum Sarntheins. Erstmals um 1280 erwähnt, galt Hof früher als einer der Größten des Tals. Dank finanzkräftiger Geldgeber und der ehrenamtlichen Tätigkeit des “Vereins Rohrerhaus” wird die Sarner Geschichte der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Verlässt man Sarnthein in nördlicher Richtung, teilt sich das Tal nach wenigen Kilometern bei Astfeld in das Pensertal, von wo aus man über das Penser Joch nach Sterzing kommt, und in das wildromantische Durnholzer Tal. Hier bildet der gleichnamige See den Talschluss.

About Dieter Warnick

Immer wenn er davon spricht, dass Südtirol seine zweite Heimat ist, dann sagt er das nicht nur so zum Spaß. Denn Dieter Warnick wurde schon als Kleinkind die Affinität zu dem bezaubernden Landstrich südlich des Brenners quasi mit in die Wiege gelegt. Sein Vater war auch vernarrt in die Dolomiten und seine Menschen dort. Und so ging es mindestens einmal im Jahr nach Südtirol. Mit der ganzen Familie. Im Laufe der Jahre wurden die Aufenthalte immer häufiger, das Wissen über die Örtlichkeiten immer spezieller. Dieter Warnick arbeitete 30 Jahre lang bei einer großen bayerischen Tageszeitung, ehe er sich 2008 neu orientierte, seinen Job als Sportredakteur an den Nagel hing und sich auf den Reise-Journalismus spezialisierte. Südtiroler Geschichten bleiben sein vorrangiges Genre, aber auch andere Länder haben es ihm angetan.

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