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Bäuerliche Bergweihnacht

Draußen meterhoher Schnee, drinnen Behaglichkeit – das erwartet Gäste zur Weihnachtszeit auf einem „Roter Hahn“-Hof in Südtirol. Foto: „Roter Hahn“/Frieder Blickle

Im Kamin knistert das Holz, der Duft von selbst gebackenen Plätzchen zieht durch holzgetäfelte Stuben, ein heißer Punsch wärmt Hände und Seele: Ferien auf den urigen Bauernhöfen der Marke „Roter Hahn“ versprechen gerade rund um Weihnachten und Silvester Ruhe, Beschaulichkeit und Erholung in den Südtiroler Bergen. Im Stall warten Ochs und Esel auf Streicheleinheiten. Alternativ basteln und singen die Bauersleute gemeinsam mit den Urlaubern. Oder weihen sie in jahrhundertealte Bräuche vom Krampuslauf bis zum Dreikönigssegen ein. Tipp: Die meisten Südtiroler Christkindlmärkte haben bis 6. Januar geöffnet.

Backen und Basteln mit der Bäuerin
Essen und Trinken hält Leib und Seele zusammen. Das gilt in Südtirol besonders und auf den Höfen der Marke „Roter Hahn“ erst recht. Mit traditionellem Gebäck versüßen die Bäuerinnen ihrer Familie und den Urlaubern die Zeit bis zum Jahresende. Für die Spitzbuben etwa verwenden sie Fruchtaufstriche, aus der eigenen Obsternte im Sommer eingekocht. Interessierte dürfen beim Plätzchenbacken zusehen oder sogar selbst Hand anlegen. Wer Spaß am Basteln hat, werkelt mit den Gastgebern in der Bauernstube. Verarbeitet wird, was der Hof und seine Umgebung hergeben. So entstehen Christbaumanhänger aus Holz, Männchen aus Tannenzapfen oder Sterne aus Stroh – oftmals begleitet von alpinen Instrumenten wie Ziachorgel oder Hackbrett.

Wie bastelt man einen Strohstern? Auf den „Roter Hahn“-Höfen in Südtirol zeigen die Bauersleute gern, wie’s gemacht wird. Foto: „Roter Hahn“/Frieder Blickle

Ländliches Brauchtum
Die Weihnachtsmärkte der Region gehören zu den schönsten der Alpen, die größeren haben in der Regel bis 6. Januar geöffnet. Anfang Dezember ist der Heilige Nikolaus im Bischofsornat unterwegs in den Dörfern und verteilt Süßigkeiten an die Kinder. Gut zu wissen, dass ihn eine Engelsschar begleitet. Denn dann treiben auch gruselig aussehende Krampusse ihr Unwesen und erschrecken die Passanten mit ihren Masken, Hörnern und Fellen.

Mit Rauch gegen böse Geister
In Südtirol wird Brauchtum noch gelebt: Um gegen das Schlechte gefeit zu sein, räuchern die Bauern zum Beispiel Haus und Hof mit Weihrauch aus, insbesondere zwischen 24. Dezember und 6. Januar. An diesem Tag haben auch die Sternsinger ihren großen Auftritt und ziehen von Anwesen zu Anwesen. Mit geweihter Kreide schreiben die Heiligen Drei Könige die Jahreszahl sowie ihre Initialen an die Haustüren: C+M+B für Caspar, Melchior und Balthasar. Die Buchstaben haben noch eine andere Bewandtnis. Sie stehen für „Christus mansionem benedicat – Christus segne dieses Haus“.

About Heiner Sieger

"Nur ned locker loassen" - diese Weisheit des Südtiroler Unikums Luis Trenker ist auch mein Motto, beruflich wie privat. Journalismus habe ich von der Pike auf gelernt, in fast allen Ressorts bei der Badischen Zeitung sowie der Schweizerischen Handelszeitung. Dann folgten die taffen Jahre bei Capital, Focus und Münchner Abendzeitung. Heute steht mein eigenes Büro, Redaktion München, mit Schwerpunkt Corporate Publishing im Vordergrund. Neben Fussball und Eishockey pflege ich ein ausgefallenen Hobby: Über Südtirol könnte ich eigentlich den ganzen Tag schreiben. Aber noch lieber bin ich dort, lerne neue Menschen kennen oder treffe alte Freunde und Bekannte.

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