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Sauber über den Brenner

Wasserstoffbusse vor dem Langkofel: Südtirol ist in Europa regionaler Vorreiter beim Einsatz der Wasserstof-Technologie, Foto: BLS

WassersWasserstoff-toffbusse vor dem Langkofel: Südtirol ist in Europa regionaler Vorreiter beim Einsatz der Wasserstof-Technologie, Foto: BLS

Schon 2016 sollen Autos mit Wasserstoff statt mit Benzin oder Diesel von München nach Verona fahren können – ohne die Natur zu verpesten. Das Vorhaben gilt als eines der ambitioniertesten Projekte Europas. Wasser, Berge, Stromleitungen und eine Autobahn – mehr braucht es nicht, um den Norden und den Süden Europas mit einem „grünen Korridor“ zu verbinden, ist sich Walter Huber sicher, Präsident des Instituts für Innovative Technologien (IIT) in Bozen. Im Entstehen ist eine Wasserstoffstraße, die zwischen den Gipfeln der Alpen entlang der Brennerautobahn von München in Deutschland nach Verona in Italien führen soll. Bereits heute tanken an der H2-Tankstelle an der Autobahnausfahrt Bozen Süd Stadtbusse und Autos. Südtirol entwickelt sich damit zur Modellregion in der Umsetzung der Wasserstoffmobilität.  E-Kraftwerke, Unternehmen, Bezirke und Gemeinden kooperieren und treiben Innovationen beispielhaft voran gemeinsam mit starken Technologie-Partnern wie Linde und GKN.

Im Wasserstoffzentrum an der Autobahnausfahrt Bozen Süd, tanken regelmäßig Busse und PKW Wasserstoff, Foto: BLS

Im Wasserstoffzentrum an der Autobahnausfahrt Bozen Süd, tanken regelmäßig Busse und PKW Wasserstoff, Foto: BLS

Pionierprojekt für die gesamte EU

Geldgeber sind die Brennerautobahn AG, die EU in Brüssel, die italienische Regierung in Rom und ein regionaler Entwicklungsfonds. Das Forschungszentrum macht Bozen zu einem Spitzenzentrum der Wasserstoffforschung in Europa. Die Wissenschaftler wollen hier vor allem erproben, in welcher Konzentration sie Wasserstoff Erdgas und Diesel beimischen können, um diese sauberer zu machen. Die Europäische Union unterstützt neben der H2-Autobahn mehrere Wasserstoffprojekte. Sie fördert die Anschaffung von Brennstoffzellenbussen für den öffentlichen Nahverkehr und gibt Geld, damit Forscher die Erzeugungstechnologien für den Treibstoff weiterentwickeln. So soll nach und nach eine funktionierende Wasserstoffinfrastruktur entstehen. Die Autobauer setzen stark auf den Wasserstoffantrieb: Brennstoffzellen-Autos fahren mit einer Tankfüllung rund 600 Kilometer. Dagegen müssen heutige reine Elektrofahrzeuge schon nach rund 150- 200 Kilometern an die Steckdose. Wird der Wasserstoff ausschließlich mit grünem Strom produziert, belastet er die Umwelt mit praktisch keinerlei Schadstoffen. Aus dem Auspuff tropft reines Wasser.

Anfangs teilweise belächelt, könnte Südtirols Pionierprojekt Südtirol schon in wenigen Jahren eine zentrale Stellung beim Aufbau einer europaweiten Wasserstoffversorgung einbringen. Neben Deutschland haben auch skandinavische Länder wie Schweden oder Norwegen vor, ihre viele Wasserkraft künftig verstärkt für diese grüne Treibstoffproduktion zu nutzen. Dann könnte der grüne Korridor irgendwann nicht nur von München nach Verona verlaufen, sondern sich von Oslo bis Palermo erstrecken.

Informationsveranstaltung in München

Über die ambitionierte Energiewende jenseits des Brenners diskutieren jetzt in München hochrangige Experten aus beteiligten Unternehmen und Institutionen.

„Into the Blue – Die Rolle von Wasserstoff in der Mobilität“
lautet der Titel der Veranstaltung.  Im Mittelpunkt stehen die folgenden Fragen: Was lässt sich für uns auf der Alpennordseite aus diesem Beispiel ableiten? Was treibt diese Innovationen? Gibt es Ansätze und Gelegenheiten für neue Kooperationen?

Der Termin ist

am Donnerstag, 05. März 2015
von 12:00 bis 14:00 Uhr
im innovationswerk powered by Steelcase
des Munich Network, Rosenheimer Str. 145 i, München

Agenda:

11:30 Uhr   Registrierung
12:00 Uhr   Begrüßung und moderierte Teilnehmervorstellung
12:10 Uhr   Südtirol Lunch und Networking
12:50 Uhr   BLS – Business Location Südtirol, Petra Seppi: Dynamik am Innovationsstandort Südtirol
12:55 Uhr   LINDE AG, Thomas Zorn, Market Development Manager, Hydrogen Solutions and Advanced Customer
Applications: Wasserstoff-Mobilität: Lindes Technologien und Infrastruktur-Aktivitäten
13:15 Uhr   IIT – Wasserstoffzentrum Bozen, Walter Huber: Vom Aufbau lokaler Kreisläufe zu internationalen
Kooperationen. Der Weg des IIT zum Entwicklungs-, Anwendungs- und Impulszentrum für
Wasserstofftechnologien.
13:35 Uhr   GKN – die Rolle von Wasserstoff aus der Sicht eines weltweit agierenden Technologie-
unternehmens und Automobilzulieferers.

Thomas Zorn, Linde AG
Als Wirtschaftsingenieur im Bereich Marktentwicklung arbeitet Thomas Zorn seit vier Jahren bei der  Linde AG an der Schnittstelle zwischen Technik und Wirtschaft. Kernaufgabe ist es dabei, die verbleibenden Hürden auf dem Weg zur Marktreife von Wasserstoff als Kraftstoff abzubauen und Elektromobilität via Brennstoffzelle zu ermöglichen. Sein Aufgabenspektrum umfasst dabei u.a. Projektplanung & -steuerung, Unterstützung der strategischen Geschäftsentwicklung und kontinuierliche Netzwerkpflege mit internen und externen Partner.

Walter Huber, Institut für Innovative Technologien (IIT)
Walter Huber ist Präsident des Institutes für Innovative Technologien (IIT) in Bozen. Ziel ist der Aufbau der Wasserstofftechnologie von der H2-Produktion bis zu dessen Einsatz in der Mobilität und als Energiespeicher. Dabei geht es um die Eigenproduktion von Wasserstoff mit Strom aus lokalen erneuerbaren Energiequellen, den Aufbau von Betankungsstellen, die Vergrößerung von Fahrzeugflotten bei Bussen und PKWs, die Aktivierung lokaler Unternehmen, die internationale Vernetzung mit Wirtschaft und Politik sowie die Sensibilisierung der Bevölkerung und die Bereitstellung von Unterlagen für didaktische Tätigkeiten.

Leonhard Künig, GKN Sinter Metals
Leonhard Künig begann seine Tätigkeit bei GKN Sinter Metals im Jahre 1996 wo er sich zu Beginn um die Weiterentwicklung von Fertigungsprozessen sowie Sinter-Materialien kümmerte. 2006 wechselte er in den Bereich Sales. Aufgrund der sehr positiven Entwicklung des Zukunftsprojektes Hydrogen Storage wurde ihm im Juli 2014 die Position des  Business Development Manager HS angeboten, welche er seitdem bekleidet. Die aktuelle Aufgabe besteht darin den Wasserstoffmarkt und die entsprechenden Entwicklungen zu analysieren und entsprechend die Tätigkeiten von GKN zu steuern.

Petra Seppi, BLS – Business Location Südtirol AG
Seit dem Abschluss des Wirtschaftsstudiums an der Universität Verona im Jahr 1995 begleitet Petra Seppi Unternehmen bei der internationalen Expansion. 2012 übernahm sie die Leitung des Bereichs Business Development der BLS AG und sorgt mit ihrem Team für den erfolgreichen Start von neuen Unternehmen und Projekten in Südtirol. Der Fokus in Deutschland liegt bei Unternehmen des Mittelstands, die einerseits die Brückenlage zum italienischen Markt schätzen und andererseits die Vorzüge am Innovationsstandort Südtirol aktiv nutzen.

 

About Heiner Sieger

"Nur ned locker loassen" - diese Weisheit des Südtiroler Unikums Luis Trenker ist auch mein Motto, beruflich wie privat. Journalismus habe ich von der Pike auf gelernt, in fast allen Ressorts bei der Badischen Zeitung sowie der Schweizerischen Handelszeitung. Dann folgten die taffen Jahre bei Capital, Focus und Münchner Abendzeitung. Heute steht mein eigenes Büro, Redaktion München, mit Schwerpunkt Corporate Publishing im Vordergrund. Neben Fussball und Eishockey pflege ich ein ausgefallenen Hobby: Über Südtirol könnte ich eigentlich den ganzen Tag schreiben. Aber noch lieber bin ich dort, lerne neue Menschen kennen oder treffe alte Freunde und Bekannte.

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