Home / Natur & Kultur / Berge & Gipfel / Vier Tage durch die Pala-Gruppe

Vier Tage durch die Pala-Gruppe

Fordernde Klettersteige, erhabene Gipfel, weite Geröllfelder, wilde Schluchten, Gänsehaut, überraschende Begegnungen, einfache Hütten, spektakuläre Ausblicke und bisweilen gesunde Erschöpfung – all das lässt sich auf einer Vier-Tagestour durch die Pala-Gruppe hautnah erleben.

Die Pala-Gruppe ist ein Gebirgszug in Italien, südlich der Marmolada. Vor dem ersten Weltkrieg befand sich dort die Grenze zwischen Südtirol und Italien. Das merkt man noch heute, denn Deutsch wird dort kaum gesprochen. 
Höchster Gipfel ist die Cima della Vezzana mit 3.192 m, bekannte Gipfel sind noch die Cima della Madonna mit der Schleierkante, die Cimon de Pala, dem „Matterhorn“ der Dolomiten und der Monte Agner, mit der 1.500 m langen Nordkante (längste Kletterei in den Dolomiten). Für alle Freunde anspruchsvoller Wandertouren geben wir her einige Impressionen dieser wirklich beeindruckenden Gegend wieder.

Herrlicher Rundum-Blick vom Gipfel der Rosetta

Wir sind morgens um 6 Uhr in Unterhaching gestartet. Man erreicht das Gebirge über die Brennerautobahn, fährt die erste Abfahrt südlich von Bozen (Ora/Auer) Richtung Pedrazzo, dann zum Rollepass und kommt nach insgesamt rund 3,5 Stunden in San Martino di Castrozza an. Unser Auto haben wir an der Seilbahn abgestellt und sind von dort auf dem Weg Nr. 701 immer bergauf zum Rifugio Rosetta „G. Pedrotti“ auf 2.581 m (Foto 1) gewandert. Für diesen Weg brauchten wir ca. 3 h und fanden ein 50 qkm großes Plateau aus nacktem Felsgestein in über 2.500 Metern Höhe vor, umgeben von hohen Gipfeln. Vor dem Abendessen haben wir noch als einfache Wanderung den Gipfel (Foto 2) der Rosetta, 2.743m (20 min) bestiegen und konnten den herrlichen Rundumblick geniessen(Foto 3).

Lieber Leser, können Sie auch eine Tour, ein Lokal oder eine Südtiroler Spezialität aus eigenem Erleben empfehlen? Dann freuen wir uns, wenn Sie dies mit allen unseren Lesern teilen. Senden Sie uns Ihren Tipp, Ihre Empfehlung, Ihren Tourenbericht an hs@schoenessuedtirol.de. Gerne mit Fotos. Wir veröffentlichen dann alles zeitnah und ästhetisch. Ihre Redaktion von schönessüdtirol.de

Am zweiten Tag ging es auf dem Weg Nr. 709 über die große Hochebene zum Fradustagletscher (Foto 4), von dem leider nur noch ein Rest vorhanden ist. Die Hochebene ist übersät von Mulden, Spalten (Foto 5), Vorsprüngen und Dolinen. Weiter geht es zum Passo di Canali (2.469 m). Hier haben wir pausiert (Foto 6), bevor es an den langen Abstieg ins Val Canali (Foto 7) bis zur Treviso-Hütte ging. Wir brauchten mit schönen Ruhepausen 5 h und konnten den strahlenden Sonnenschein auf der Terrasse auf 1.631 m Höhe bis zum Sonnenuntergang geniessen (Foto 8).

Der Abstieg führt über eine wilde Schlucht

Am dritten Tag mussten wir zuerst zweihundert Höhenmeter absteigen. Dort trafen wir auch auf ein paar wilde wunderschöne weiße Ziegen (Foto 9), um dann 1.300 Höhenmeter zum Passo de Lede (2.695m) (Foto 10)aufzusteigen. Nach dem Pass geht es im oberen Teil ziemlich steil und ohne Sicherung Richtung Pradidali Hütte (Foto 11) hinab. Die Wege waren teilweise so steil, dass wir auf allen Vieren kletterten (Foto 12 ). Manche Stellen des Wanderweges hätten einen prima Klettersteig abgeben.

Der letzte Tag bescherte uns zwei richtige Klettersteige. Der Erste, „Via ferrata del Porton“, beginnt in der Nähe der Hütte. Man muss allerdings in eine wilde Schlucht absteigen (Foto 13), um dann ein sehr harsches Stück Schneefeld zu queren. Von dort an forderte uns der Klettersteig 3 Std. lang alles ab (Foto 14), bis wir  eine Kreuzung unterhalb des Gipfels Il Porton erreichten. Glücklicherweise hatten wir auf dem gesamten Klettersteig (Foto 15) weder Drängler von hinten noch Gegenverkehr (Foto 16 und 17). Von hier führen zwei Klettersteige weiter, der Velo-Klettersteig zur Velo Hütte direkt neben der Schleierkante und der Vecchia-Klettersteig Richtung San Martino. Wir haben den Vecchia Klettersteig genommen (Foto 196). Über Eisentritte und Leitern führte uns dieser Klettersteig steil bergab. Der Rückweg nach San Martino dauerte dann noch 3 Stunden.

Die von uns besuchten Hütten sind in sehr gutem Zustand, es sind Hütten des Alpenvereins (man bekommt als DAV-Mitglied also Ermäßigung) und das Essen war immer lecker. Lediglich das Frühstück ist ziemlich „italienisch“ und dementsprechend spartanisch.

Die besuchten Hütten:

  • PedrottiHütte: 80 Betten (meist 6-Bett- Zimmer) Tel. 0039 0439 68308
  • 
Treviso-Hütte: 40 Betten (4-Zimmer!), Tel. 0039 0439 62311
  • Pradidali-Hütte: 60 Betten (4-Bett-Zimmer), mit Wintergarten, Tel 0039 0439 64180

Fotos: Elke Gröger

 

 

About Elke Gröger

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *

*

Newsletter von Schönes Südtirol abbonieren:
Eintragen