Home / Originale / Zelten

Zelten

Weihnachten ohne Zelten geht in Südtirol überhaupt nicht. - Foto: Südtirol Marketing Gesellschaft

Weihnachten ohne Zelten geht in Südtirol überhaupt nicht. – Foto: Südtirol Marketing Gesellschaft

Dieses ganz besondere, einzigartige Südtiroler Gebäck gehört zur Weihnachtsbäckerei wie das Christkind zum Heiligen Abend. Es ist die verfeinerte Form des Früchtebrots. Jeder Bäcker und jeder Konditor hat sein eigenes Rezept und hütet das Geheimnis wie seinen Augapfel. Es gab früher keine Südtiroler Hausfrau, die nicht auf ihr gutes Zeltenrezept stolz war. Es gibt viele Variationen von Zelten, dieses hier firmiert unter dem Namen Bozner Zelten. Zelten sollte man spätestens zwei bis drei Wochen vor Weihnachten backen, da sie im Laufe der Zeit immer besser werden.

1 kg Rosinen, 1 kg Sultaninen, 250 g Datteln, 500 g Feigen, 150 g Orangeat, 125 g Zitronat, 500 g Mandeln, 125 g Pistazienkerne, Saft und abgeriebene Schale von 2 Orangen, ½ l Weinbrand, etwas Zucker, ¼ l Rum, Nelkenpulver, Piment, 2 Stück gewiegter Sternanis, 600 g Brotteig (vom Bäcker), geschälte Mandeln, Nüsse und kandierte Früchte zum Verzieren, Öl für das Blech, Honig- oder Zuckerwasser zum Bestreichen.

h-h-shop new 300x200pxRosinen und Sultaninen gut waschen, von den Rosinen die Kerne entfernen. Datteln entkernen und mit den Rosinen und Sultaninen grob wiegen. Feigen feinblättrig schneiden, ebenso Orangeat und Zitronat. Nüsse und Mandeln (ungeschält) möglichst fein schneiden (nicht wiegen). Alle Früchte zusammen mit den Pinienkernen in eine große Schüssel geben. Mit Orangensaft- und Schale und dem Weinbrand befeuchten, etwas Zucker darüber streuen, zudecken und über Nacht stehen lassen.

Am Tag darauf den Rum dazugießen, Zimt, Nelken, Piment und Sternanis zufügen. Zuletzt den Brotteig dazugeben. Die ganze Masse mit den Händen gut durcharbeiten. Alles muss aufs Beste vermischt sein. Längliche oder runde Zelten formen, ungefähr drei bis vier Zentimeter dick und 20 Zentimeter lang. Mit gespaltenen Mandeln und halben Nüssen verzieren. Auf ein mit Öl bestrichenes Backblech geben. Im vorgeheizten Ofen bei 220 Grad unter öfterem Bestreichen mit Honig- oder Zuckerwasser ungefähr eine Stunde lang schön braun backen. Nach dem Backen schnell vom Blech lösen und ausgekühlt mit kandierten Früchten verzieren. In Zellofanpapier wickeln. (Das Rezept wurde entnommen aus dem Buch „Südtiroler Leibgerichte” von Hanna Perwanger, erschienen im BLV-Verlag, 12. überarbeitete Auflage, 1997).

Südtiroler Leibspeisen

About Dieter Warnick

Immer wenn er davon spricht, dass Südtirol seine zweite Heimat ist, dann sagt er das nicht nur so zum Spaß. Denn Dieter Warnick wurde schon als Kleinkind die Affinität zu dem bezaubernden Landstrich südlich des Brenners quasi mit in die Wiege gelegt. Sein Vater war auch vernarrt in die Dolomiten und seine Menschen dort. Und so ging es mindestens einmal im Jahr nach Südtirol. Mit der ganzen Familie. Im Laufe der Jahre wurden die Aufenthalte immer häufiger, das Wissen über die Örtlichkeiten immer spezieller. Dieter Warnick arbeitete 30 Jahre lang bei einer großen bayerischen Tageszeitung, ehe er sich 2008 neu orientierte, seinen Job als Sportredakteur an den Nagel hing und sich auf den Reise-Journalismus spezialisierte. Südtiroler Geschichten bleiben sein vorrangiges Genre, aber auch andere Länder haben es ihm angetan.

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *

*

Newsletter von Schönes Südtirol abbonieren:
Eintragen