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Prags: Es „riecht“ nach Geschichte

Für eine richtige italienische Mama ist kein Weg zu weit und zu anstrengend, um ihren Bambini eine Freude zu bereiten. Perfekt geschminkt und oft sogar mit Stöckelschuhen bewältigen sie an diesem warmen Samstagvormittag den Rundwanderweg um den Pragser Wildsee.

Postkartenidylle: der wildromantische Pragser Wildsee mit dem zerklüfteten Seekogel im Hintergrund. - Foto: Tourismusverband Hochpustertal/M. Schönegger

Postkartenidylle: der wildromantische Pragser Wildsee mit dem zerklüfteten Seekogel im Hintergrund. – Foto: Tourismusverband Hochpustertal/M. Schönegger

Und ziehen dabei tatsächlich die Kinderwägen mit dem meist gelangweilt herausschauenden Nachwuchs hinter sich her beziehungsweise heben diese über Schlamm und Schotter hinweg.

Wie ein Peitschenhieb: „Prego!“

Der Rundwanderweg hat zwar kein alpines Niveau, ist aber doch eine kleine konditionelle Herausforderung mit teilweise nicht zu unterschätzenden Anstiegen, oft schmal sich windend zwischen dem hoch aufragenden Felsen auf der einen und dem steil abfallenden Ufer auf der anderen Seite. Dabei verlieren die Damen niemals die Contenance, nur gelegentlich werden die bequem hinterher trottenden Ehemänner mit verbalen Peitschenhieben – herrlich, wie vorwurfsvoll man „prego!“ (bitte) zischen kann – zur tatkräftigen Hilfe aufgefordert.

Nur die deutschen oder österreichischen Touristen, selbstverständlich korrekt ausgestattet mit Wanderschuhen, Multifunktionsthermoshirt, Feldflasche und Rucksack, geben dem Betrachter die Gewähr, sich tatsächlich in den Dolomiten zu befinden, am Südende des Pustertals und auf immerhin 1500 Metern Höhe – und nicht etwa auf der Piazza von Bozen oder Brixen.

Wer im Pustertal urlaubt, muss die einmalige Felsformation der Drei Zinnen einfach gesehen haben. - Foto: Tourismusverband Hochpustertal/M. Schönegger

Wer im Pustertal urlaubt, muss die einmalige Felsformation der Drei Zinnen einfach gesehen haben. – Foto: Tourismusverband Hochpustertal/M. Schönegger

Idyllisch und wild zerklüftet

Das Fleckchen Erde gehört nach Meinung von Touristikern zu den schönsten von ganz Südtirol. Idyllisch erhebt sich der wild zerklüftete Seekofel hinter dem blaugrünen Wasser, das an manchen Stellen bis zu 35 Meter tief ist – und selbst im Hochsommer auch für abgehärtete Naturen eine Herausforderung zum Baden. Nur selten wagt sich jemand in die Fluten, dann aber meist von kreischendem Entzücken begleitet.

1890 ging`s so richtig los

Das war auch im Jahr 1890 nicht anders, als die Region für den Fremdenverkehr entdeckt wurde. Das Verdienst gebührt vor allem einer gewissen Emma Hellenstainer (1817-1904) aus dem nah gelegenen Örtchen Niederdorf. Die Gastwirtin organisierte mit der Pferdekutsche für ihre Gäste die ersten Ausflüge zum See. Zu den Reisenden gehörte unter anderem der Schriftsteller Peter Rosegger („Als ich noch der Waldbauernbub war“).

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