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Jenesien: Eine Sonnenterrasse für Genießer

Wenn sich im Sommer die “Stadtler”, die Bozener also, in die Sommerfrische begaben, dann fuhren sie auf den Berg. Denn dort oben war es angenehm kühl, während unten im Tal die Hitze förmlich stand. Zwar war die Reise auf Pferde- oder Ochsenfuhrwerken überaus beschwerlich, doch die Strapazen lohnten sich allemal.

Hoch über Bozen liegt das malerische Dorf Jenesien. Foto: Tourismusverein Jenesien

Hoch über Bozen liegt das malerische Dorf Jenesien. Foto: Tourismusverein Jenesien

Einigermaßen bequem befahrbare Straßen gab es nicht, der Weg führte über Stock und Stein. Bevorzugtes Ziel der Bozner war der Ritten. Mit der Zeit wurde aber auch der Tschögglberg – die beiden Plateaus werden nur durch das Sarntal mit seinem Hauptort Sarntein getrennt – immer beliebter. Zum besseren Verständnis: der Tschögglberg ist ein langgestreckter Gebirgszug, dessen südlicher Ausläufer Salten genannt wird.

Insgesamt führen drei Aufstiegshilfen auf die Bozner Hausberge: 1908 wurde die Kohlerer Seilbahn eingeweiht und war damals eine Weltsensation. Ein Jahr zuvor konnte man schon relativ bequem auch auf den Ritten gelangen; vom Waltherplatz aus führte eine Zweiradbahn in luftige Höhen. Um diese zu entlasten, wurde 1966 eine Seilschwebebahn gebaut, und diese 2009 durch die neue Rittner Seilbahn ersetzt.



Vier Hauptorte

Zutraulich: Haflinger Pferde auf dem Salten. Foto: Tourismusverein Jenesien

Zutraulich: Haflinger Pferde auf dem Salten. Foto: Tourismusverein Jenesien

Der Tschögglberg mit seinen vier Hauptorten Jenesien (3000 Einwohner/1087 Meter hoch gelegen), Mölten (1625/1158), Vöran (950/1204) und Hafling (750/1270 Meter) waren zu Beginn des letzten Jahrhunderts dadurch arg ins Hintertreffen geraten. Erst 1937 war eine Personenseilbahn gebaut worden; in den 60er Jahren des vorigen Jahrhunderts wurde die Straße zumindest so hergerichtet, dass geländegängige Fahrzeuge ohne größere Probleme hinaufkamen, und 1984 ausgebaut, dass fortan auch Pkw mühelos Jenesien erreichen konnten. Seitdem hat sich die 3000-Einwohner-Gemeinde mit ihren Fraktionen Afing (871 Meter), Flaas (1357), Glaning  (764), und Nobls (1241) zu einem beliebten Urlaubsziel entwickelt. Im Norden geht der Tschögglberg, das sei kurz erwähnt, direkt in das Gebiet von Meran 2000 und den Berg Ifinger (2581 Meter) über.

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Sechs Punkte, die einen Urlaub am Salten besonders machen

In der Hauptsache sind es sechs Punkte, die einen Aufenthalt in Jenesien so reizvoll machen:

  • die sonnige Lage: das Dorf liegt an der Bozner Sunnseit’n. Die Landeshauptstadt Südtirols direkt vor unserer Nase.
  • der Salten: dieses herrliche Hochplateau mit seinen ausgedehnten Lärchenwiesen, ist bestens geeignet für ausgedehnte, leichte Wanderungen – insgesamt sind es 300 Kilometer – mit äußerst geringem Höhenunterschied.
  • die Haflinger Pferde: Jenesien, und nicht der Ort Hafling, ist nämlich die Hochburg der Zucht dieser gemütlichen Pferde mit ihrem typischen hellbraunen Fell und den blonden Mähnen.
  • der einzigartige Panoramablick: der Ritten mit der Ortschaft Unterinn, das Rittner Horn, Lang- und Platthofel, Schlern, Rosengarten und Latemar, um nur einige der Dolomiten-Schönheiten zu nennen.
  • der Reiz jeder Jahreszeit: im Frühling sollte man die Krokusblüte nicht verpassen; im Sommer herrscht immer ein laues Lüftchen und die vielen Bäume spenden während einer Wanderung genügend Schatten; im Herbst verzaubern die Lärchenhaine mit ihrer bunten, goldgelben bis feuerroten Verfärbung; und der Winter lädt zu der einen oder anderen Schneeschuh-Exkursion ein.
  • Törggelen im Herbst: Stellvertretend seien drei Einkehrmöglichkeiten genannt, wo das Törggelen noch das ist, was es früher einmal war, nämlich gemütlich zusammensitzen, deftig essen und den neuen Wein verkosten. In der Fraktion Glaning gibt es gleich drei Gastbetriebe, die diese herrliche Tradition noch so richtig ursprünglich pflegen. Gasthof Plattner, Glaning 22, I-39050 Jenesien, Tel.: (039 0471) 35 43 81; E-Mail: plattner.walter@dnet.it, Gasthaus Noafer, Glaning, I-39050 Jenesien, Tel.: (0039 0471) 26 65 39 und Gasthaus Messner, Glaning 3, I-39050 Jenesien, Tel.: (0039 0471) 28 13 53.


Beinahe städtisch geprägt

Für kleines Geld erreicht man von Bozen aus mit der Seilbahn Jenesien. Foto: Verkehrsamt Bozen

Für kleines Geld erreicht man von Bozen aus mit der Seilbahn Jenesien. Foto: Verkehrsamt Bozen

Mit dem Auto ist man von Bozen aus in nicht einmal einer Viertelstunde in Jenesien, mit der Seilbahn überwindet man die 740 Höhenmeter in acht Minuten. Und preiswert ist diese Art der Beförderung sowieso, denn Hin- und Rückfahrt kosten nur 3,20 Euro. Touristen, die in Bozen urlauben, sollten sich mindestens einen Tag für den Salten reservieren. Und diejenigen, die in Jenesien Quartier machen, sind sowieso nicht verkehrt. Obwohl der Ort den Charakter eines Bergdorfes größtenteils verloren hat, weil das Dorf durch den Zuzug aus Bozen beinahe städtisch geprägt ist. Viele Neubauten bezeugen dies. Die Hotels und gastronomischen Betriebe sind allerdings bemerkenswert gut.

About Dieter Warnick

Immer wenn er davon spricht, dass Südtirol seine zweite Heimat ist, dann sagt er das nicht nur so zum Spaß. Denn Dieter Warnick wurde schon als Kleinkind die Affinität zu dem bezaubernden Landstrich südlich des Brenners quasi mit in die Wiege gelegt. Sein Vater war auch vernarrt in die Dolomiten und seine Menschen dort. Und so ging es mindestens einmal im Jahr nach Südtirol. Mit der ganzen Familie. Im Laufe der Jahre wurden die Aufenthalte immer häufiger, das Wissen über die Örtlichkeiten immer spezieller. Dieter Warnick arbeitete 30 Jahre lang bei einer großen bayerischen Tageszeitung, ehe er sich 2008 neu orientierte, seinen Job als Sportredakteur an den Nagel hing und sich auf den Reise-Journalismus spezialisierte. Südtiroler Geschichten bleiben sein vorrangiges Genre, aber auch andere Länder haben es ihm angetan.

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